Attraktionen
Science Museum (The) Auf unserer Tour kommen wir als nächstes zum Museum der Wissenschaften, das sozusagen als technologisches Äquivalent zum V & A gegründet wurde. Erbaut im Jahre 1913, ist dieses Museum ebenso groß wie das V & A. Auf sieben Etagen können Sie hier Interessantes und Informatives, unter anderem zu den Themen Weltraum, Medizin oder Ernährung erfahren. Dieses Museum dürfte zudem für Kinder geeigneter sein als das V & A. Viele der ausgestellten Gegenstände können berührt werden, und zusammen mit dem didaktischen Aufbau der Ausstellungen kann der Trip durchs Museum zu einem Bildungsvergnügen für die ganze Familie werden. Glauben Sie jetzt aber nicht, daß das nur etwas für Kinder ist. Sie werden dort genügend Erwachsene sehen, die den Flugsimulator, die Periskope oder die veralteten Telekommunikations-Geräte ausprobieren.
Im Museums-Shop können Sie sich auch einen Führer besorgen, der die einzelnen Ausstellungen umschreibt und so den Gang durchs Museum erleichtert. Die Themen der Ausstellungen im Erdgeschoß sind Kraft, Raum und Transport sowie die Industrielle Revolution. „Challenge of Materials“ zeigt, was für verrückte Dinge aus den unüblichsten Materialen hergestellt werden können, wie z.B. Schuhe aus Schokolade. Die oberste Etage beherbergt eine Ausstellung zum Thema Medizin, die eine faszinierende Darstellung der Geschichte der Medizin beinhaltet. Das über allem stehende Motto des Museums könnte etwa das folgende sein: Wissenschaft kann Spaß machen!
Natural History Museum (The)
Das Naturhistorische Museum schließlich ist in einem spektakulären Gebäude untergebracht, dessen byzantinische Fassade von zwei Türmchen gekrönt ist. Hier wird die Geschichte der Schöpfung dargestellt. Wenn Sie das Gebäude betreten, empfängt Sie ein riesiger Diplodocus Carnegii, das Skelett eines 85 Fuß langen Dinosauriers, nur ein kleiner Hinweis darauf, was Sie sonst noch alles zu sehen bekommen werden. Zoologie, Paläontologie, Entomologie und andere –ologien liefern eine schier endlose Zahl von Ausstellungsstücken. Im ersten Stock wird die Geschichte der Menschheit dargestellt, während das massive Skelett eines Blauwals in der Walhalle schlichtweg ehrfurchterregend ist. Alle Arten lebender und bereits ausgestorbener Geschöpfe werden hier gezeigt und erklärt, die Dinosaurier-Gallerie verzeichnet unter den Besuchern jedoch den größten Zulauf. Verlassen Sie das Museum nicht, ohne die „Earth Galleries“, das ehemalige Geologische Museum, mit der Darstellung eines Vulkans besichtigt zu haben.
Alle drei Museen sind einzigartig und sollten während eines Londonaufenthalts unbedingt besucht werden. Die letzten beiden sind speziell auch für Kinder geeignet, aber auch sehr lehrreich für Erwachsene. Nach dem Museumsbesuch wird sich wahrscheinlich Ihr Magen regen und nach einem Mittagessen verlangen. Allen drei Museen sind jedoch Cafes/Restaurants angeschlossen, wo Sie einen Happen zu sich nehmen oder einfach Ihren Füßen eine Pause gönnen können. Wenn Ihnen das nicht zusagt, dann bietet South Kensington genügend nette Eßmöglichkeiten, die es wert sind, von Ihnen entdeckt zu werden. Sie befinden sich nur einige Minuten vom Shopping Mekka Brompton Cross, wo sich der berühmte Conran Shop und
Joseph, befinden und außerdem sind Sie nicht weit von der Kensington High Street entfernt.
Am Nachmittag eröffnen sich Ihnen mindestens zwei Optionen: ein anderes Museum oder ein Besuch in Londons berühmtesten Kaufhaus Harrods. Wenn Ihre Wahl auf Harrods fällt, dann sollten Sie, von welchem Museum Sie auch immer kommen, zur Cromwell Road finden, die Sie dann in die Brompton Road führt. Gehen Sie diese Straßen in Richtung Knightsbridge entlang, das Naturhistorische Museum und das V & A befinden sich zu Ihrer linken Seite. Auf der linken Seite werden Sie dann auch an der beeindruckenden
Brompton Oratory vorbeigehen, wo sich schon viele Paare aus der High Society das Ja-Wort gaben. Wenig später werden Sie dann zu Ihrer Rechten Harrods erblicken. Mitten im Herzen von Knightsbridge gelegen ist Harrods Londons Symbol für Reichtum, Snobismus und exklusives Shopping. Für alles müssen Sie dort bezahlen, sogar für die Benützung der Toiletten. Kleidungsstücke ohne Preisschilder, exotische Leckerbissen, teure Spielsachen, Harrods-Taschen – hier mangelt es nicht an Möglichkeiten, sein Geld los zu werden.
Gleich neben Harrods befindet sich Piccadilly Circus, ein besonders chices Kaufhaus mit Designerware, wo auch Lady Diana besonders gerne ihre Einkäufe tätigte. Im fünften Stock befinden sich die Nahrungsmittelabteilung und ein Restaurant, der perfekte Ort, um einen ganz speziellen Tag ausklingen zu lassen!
L. Northmore-Ball
Translated by C Stampfl
TOUR 2: Music & Magic – Eine Tour durch Londons berühmtes West End Londons West End ist aufregend und vibrierend – hier geht's ganz einfach ab! Berühmt für seine bunte Atmosphäre und die erfolgreichen Shows, umfaßt das West End vier wichtige Gegenden des zentralen London: Piccadilly, Soho,
Covent Garden und Leicester Square.
Wir starten unsere Music & Magic Tour mit Piccadilly, an der U-Bahn-Station Piccadilly Circus.
Wenn Sie aus der U-Bahn-Station herauskommen, dann suchen Sie nach dem Rock Circus, der sich an der nördlichen Seite, rechter Hand von den riesigen Neon-Reklamen befindet. Es ist dies ein Äquivalent von Madame Tussaud's für Musikfans. Gleichermaßen interessant für Kinder und Erwachsene, befinden sich dort täuschend echte Wachsstatuen all Ihrer Lieblingsstars, Elton John sogar Klavier spielend. Die Figuren werden von ihrer eigenen Musik begleitet, die uns an die größten Hits der Stars erinnert. Die vorgeführten Videos und die Lichteffekte vermitteln den Eindruck, daß man durch die unterschiedlichsten Rockkonzerte wandelt. Der Besuch endet mit einer Performance der Wachsfiguren, wobei die eingestreuten Video Clips einen glauben machen, daß es sich um ein live Konzert handelt. Der Rock Circus ist sehr populär unter Londons Touristen, es lohnt sich daher, früh herzukommen oder Tickets zu reservieren.
Erschöpft nach diesem musikalischen Ausflug? Gönnen Sie sich eine Pause und spazieren Sie die Shaftesbury Avenue hoch in Richtung Soho. Sie werden dann am
Pepsi Trocadero, einem großen, lauten Shopping Center samt Spielhöllen vorbeikommen. Auch Londons erstes IMAX Kino ist hier untergebracht. Wenn Sie die Energie dazu haben, dann gehen Sie hinein und probieren Sie den „Emaginator“ aus, ein Kino, in dem sich die Sessel zu den Geschehnissen auf der Leinwand bewegen. Für Leute mit nicht stillbarer Abenteuerlust gibt's dann schließlich noch den „Pepsi Max drop ride“, Sitze die in zwei Sekunden sechs Stockwerke in die Tiefe stürzen. Wenn Ihnen der bloße Gedanke daran schon den Magen umdreht, dann werden Sie vielleicht mehr Spaß daran haben, ein Erinnerungsfoto von sich selbst in altmodischen Gewändern schießen zu lassen. Das können Sie bei „Old-Time Photography“ erledigen. Lassen Sie die hellen Lichter und die grellen Farben des Trocadero hinter sich und biegen Sie nach links über die Shaftesbury Avenue in Richtung Soho ab (wenn Sie nach rechts gehen, werden Sie nach Chinatown kommen, was auch einen Abstecher wert ist). Dieses Gebiet war im 17. Jahrhundert ein bevorzugtes Jagdgebiet und das Wort „Soho“ stammt vom Jagdruf dieser Zeit. Soho ist immer noch ziemlich laut, aber im Vergleich zum Trocadero ist die Atmosphäre hier etwas ruhiger. Die sich windenden, ineinander mündenden Straßen können ein bißchen verwirrend sein, Sie sollten auf jeden Fall einen Stadtplan bei sich haben. Aber vergessen Sie nicht, die ganz spezielle Atmosphäre hier aufzuschnappen.
Wenn Ihre vormittaglichen Aktivitäten Ihren Appetit angeregt haben, dann haben Sie in Soho genügend Gelegenheiten, Ihren Hunger zu stillen. Zwischen den Sex-Shops (Soho hat eine Rotlicht-Zone) gibt es alle Arten von Cafes und Lebensmittelgeschäften, wo Sie sich stärken können. Trendige Bars können Sie hier ebenfalls finden, weshalb Soho auch ein geeigneter Ort für's Nightlife ist.
Wenn Ihnen nach Einkaufen zumute ist, dann bewegen Sie sich in Richtung Carnaby Street, zu der Sie durch einen großen Bogen gelangen. Kleine Schuh- und Kleidergeschäfte sind hier zwischen netten Cafes verstreut. Sollten Sie allerdings nach Exklusiverem suchen, dann spazieren Sie in die Regent Street, die sich gleich um die Ecke befindet. Das Flaggschiff Geschäft von Levi's, das
Liberty Kaufhaus und
Hamley's, das größte Spielwaren-Geschäft der Welt, sind einige der großen Geschäfte, die sich hier befinden. Am nördlichen Ende der Regent Street liegt der Oxford Circus, wo „Shopaholics“ jeglicher Budgetklasse schlichtweg ausflippen werden.
Gehen Sie jetzt wieder zurück nach Soho und durchwandern Sie das Viertel bis Sie zum Soho Square gelangen, dort wo Oxford Circus und Charing Cross Road aufeinander treffen. Hier sind die großen Filmgesellschaften und Medien-Mogule angesiedelt. Beobachten Sie die Männer in trendigen Anzügen, die sich gerade 'mal im Gras ausruhen und gönnen Sie sich selbst eine Pause. Am südlichen Ende des Platzes beginnt die Greek Street, wo Sie noch mehr nobel gekleidete Menschen zu sehen bekommen. Die Greek Street überquert die Old Compton Street, Londons Schwulen-Viertel. Folgen Sie dann weiter der Greek Street bis zum Cambridge Circus, wo Sie sich Tickets für den abendlichen Theaterbesuch besorgen können. Hier ist Londons Theatergegend. Wenn Sie keine Eintrittskarten mehr ergattern können, verzweifeln Sie nicht, denn bei Covent Garden haben die Ticket-Verkäufer sicher noch ein paar übrig für Sie:
Phantom of the Opera,
Les Miserables,
Mamma Mia... sind unter anderem im Angebot.
Gehen Sie dann die Charing Cross Road entlang und biegen Sie unmittelbar vor der U-Bahn-Station Leicester Square nach links ab. Wenn Sie dann The Long Acre entlang gehen, werden Sie irgendwann auf die aus der U-Bahn-Station Covent Garden herausströmenden Menschenmassen stoßen. Im 12. Jahrhundert war Covent Garden ein Obst- und Gemüsefeld, das einem Orden gehörte. Die Mönche von Westminster verkauften die Erzeugnisse, die sie nicht für sich selbst benötigten, und so entstand der Covent Garden Markt. Die Markthallen wurden im viktorianischen Stil erbaut und beherbergen heute einen Markt für Kunsthandwerk, Boutiquen und Cafes. Straßenkünstler sorgen für buntes Treiben und Unterhaltung. Gleich nebenan befindet sich Neil's Yard, wo Sie sich mit Köstlichkeiten stärken können. Der kleine Hof ist von Naturkostläden und vegetarischen Cafes umgeben. Hier, etwas abseits des Getummels, ist der geeignete Ort, kurz durchzuatmen und sich vom langen Gehen zu erholen. Zurück in Covent Garden, so Sie Lust auf ein weiteres Kulturevent haben sollten, können Sie das
Transport Museum besuchen, wo Sie Interessantes zur Geschichte der Londoner Transportsysteme erfahren können.
Nur einen Steinwurf von Covent Garden entfernt, zurück entlang The Long Acre, befindet sich der Leicester Square, der Abschlußpunkt unserer Tour. Hier finden Sie das
Planet Hollywood und
TGI Friday's, ideal wenn Sie etwa ein Dinner mit einer größeren Gruppe planen. Ist es Ihnen nicht gelungen, bei Covent Garden Eintrittskarten für's Theater zu ergattern, dann haben Sie vielleicht Lust, sich vor oder nach dem Essen einen Film anzusehen. Der gesamte Platz ist von Kinos umgeben, oft finden hier auch Premieren statt. Wenn Sie Glück haben, werden Sie einen echten Star sehen! Aber ganz abgesehen davon gibt es eine Menge Dinge, die Sie am Leicester Square tun oder beobachten können. Straßenmusiker freuen sich über Ihre Geldspende, Prediger werden versuchen, Sie zu bekehren. Hier gibt es stets Bewegung und Lärm, Musik und Zauber, hier sind Sie schließlich auch mitten im Herzen von Londons West End.
L. Northmore-Ball
Translated by C Stampfl
Tour 3: Notting Hill & Holland Park Das Zentrum von Notting Hill ist der Portobello Road Market. Von der Notting Hill U-Bahn Station folgt man entweder den Massen oder den Wegweisern zum Markt. Einige Stände sind an den Wochentagen geöffnet, aber es ist ratsamer am Samstag den Markt zuerleben, wenn die Antiqueläden geöffnet sind und das ganze Ausmaß bestaunt werden kann. Falls möglich sollte man früh dort sein, denn um 7 Uhr wird es lebhaft und man kann das Treiben der Aussteller beobachten und um einiges einfacher über den Markt schlendern, denn gegen 11 Uhr wird es voller und gegen Mittag ist es so voll, daß der Spaß auf der Strecke bleiben kann.
Zum Brunch geht man in das Cafe Bellini auf der Ecke von Blenheim Crescent um draußen zu sitzen und das lebhafte Treiben zu beobachten. Genau dies ist die Straße in dem der Buchladen liegt, der durch den Film Notting Hill bekannt wurde. Außerdem ist ein Besuch im
Books for Cooks sicherlich ein Besuch für jeden wert, der gerne gut ißt und dabei in einer interessanten Umgebung sitzt, denn im hinteren Teil dieses kleinen Cafes wird gerne und gut gekocht.
Falls Sie aber ein Besuch eines Pubs reizt, dann schauen Sie doch mal im The Duke of Wellington vorbei gleich auf der Ecke von Elgin Crescent. Falls Ihnen ein Pub nicht zusagt, versuchen Sie die Ground Floor Bar gegenüber des Cafes Bellini.
Es ist Mittagszeit und es gibt keinen Grund weit zu laufen. Folgen Sie Blenheim Crescent und biegen Sie links in die Kensington Park Road ab. Auf beiden Seiten gibt es hervorragende italienische und französische Restaurants, in denen man auch bei schönem Wetter draußen essen und trinken kann (auf der linken Seite ist das
192, daß sehr trendy ist).
Am Nachmittag sollte man das Gewühl des
Portobello Road Market verlassen. Gehen Sie zum Elgin Crescent und folgen Sie ihm, Portobello Road verlassend, bis Sie zu Ladbroke Grove gelangen. Hier biegen Sie links ab und gehen Sie hinauf bis Sie die Hauptstraße erreichen – Holland Park Avenue. Eine kurze Pause im Rat & Parrot und Sie überqueren die Holland Park Avenue und biegen rechts ab. Gleich nach der Aubrey Avenue biegen Sie links ab und gehen hinauf bis Sie den Eingang zum eigentlichen
Holland Park.
Der Park ist ein wenig versteckt und es ist es wert ihn zu erkunden. Er ist interessant aufgrund seiner verschiedenen Teile, die ein eigenes Gefühl vermitteln und man kann sich in dieser Idylle ein wenig von den aufregenden Eindrücken dieser Metropole erholen. Es gibt außerdem ein Cafe und ein Restaurant.
Zum Abendessen kehren Sie am besten zur Holland Park Avenue zurück und biegen rechts ab. Sie befinden sich nun auf dem Weg zurück zur Notting Hill U-Bahn Station, doch bevor Sie diese erreichen, kommen Sie am Pharmacy Restaurant & Bar, das auf der linken Seite liegt, vorbei. Ausgestattet wurde diese „Apotheke“ von Damien Hirst und das pharmazeutische Thema ist überall zu finden. Die Wände sind mit Arzneipackungen verziert, die Stühle sind in der Form von Tabletten und die Bedienung kleidet sich jeden Tag mit weißen Kitteln. Zum Abendessen besucht man das Restaurant und im Keller befindet sich die Bar.
Weiter hoch und Notting Hill U-Bahn Station passierend, befinden sich am anderen Ende der Straße zwei Kinos. The Coronet ist ein altes Theater, das aber noch immer den gleichen Charakter hat – alte, plüschige rote Sitze und einen Oberrang.
Gate Cinema ist ein Kino, das nicht die kommerziellen und überall zu sehenden Filme, sondern eher kleine Produktionen und unbekannte, künstlerische Filme zeigt. Beide Kinos geben Ihren Besuchern ein besonderes Gefühl der Intimität und des Willkommens, denn man sieht und fühlt die Leidenschaft ihrer Besitzer. Es kann sein, daß Sie von dem einen oder anderen Film nichts gehört haben, aber ein Besuch wird sich lohnen.
A Harvey-Craig
Translated by S Heyng
Tour 4: The City – Ein Rundgang um 'The Square Mile' & noch mehr… Um das richtige Gefühl für die City of London zu bekommen und Londoner auf dem Weg zur Arbeit zu sehen werden Sie die traditionelle Touristenroute verlassen müssen. Ein gutes Ziel wäre die Liverpool Street U-Bahn Station. Starten Sie per U-Bahn in Richtung Liverpool Street am Morgen zwischen 8 Uhr und 10 Uhr und erleben Sie das Hin & Her der Rush-Hour in den überfüllten Zügen. Keine gute Idee wäre es dieses Vorhaben am Wochenende in die Tat umzusetzen, da Sie die City of London als eine Geisterstadt erleben würden, da hier keine Menschen leben, sondern nur Büros zufinden sind.
Verlassen Sie die U-Bahn zur Old Broad Street hin, dann Threadneedle Street und passieren Sie Natwest Tower, die Londoner Börse und die Bank of England - bekannt als die `Old Lady of Threadneedle Street´. Folgen Sie der Queen Victoria Street und kommen Sie dann zur Cannon Street, wo Sie die Atmosphäre dieser Gegend am besten aufnehmen. Hier kann es vorkommen, daß Sie irritiert sind, denn in den vielen Seitenstraßen gibt es wenige Geschäfte und diese wenigen sind dann noch weit voneinander entfernt, bieten aber viel, da ihre Kunden fast ausschließlich Banker sind. Während Ihrer Tour durch die City of London haben Sie vielleicht schon den einen oder anderen Blick auf die gigantische St. Paul's Cathedral gehabt, erbaut von Sir Christopher Wren und angelehnt an die Architektur des Vatikans in Rom. Drei Kathedralen haben hier gestanden seit dem Jahr 604. Besuchen Sie St. Paul's und am besten steigen Sie die 560 Stufen hinauf auf eine Höhe von 85 Meter und genießen Sie einen der besten Rundblicke über London.
Folgen Sie weiter Ihrer ursprünglichen Richtung bis Sie auf der Fleet Street angekommen sind, in der ursprünglich die Journalisten ansässig waren und von denen nur noch Reuters dort übrig geblieben ist. Wenn Sie den Royal Court of Justice erspähen ist es Zeit rechts in die Chancery Lane abzubiegen. [Fleet Street könnte möglicherweise zu The Strand werden, wo das King´s College und die London School of Economics - wo John F Kennedy studierte - ansässig sind]
Nun sind Sie im Gerichtszentrum Londons. Zur Linken sehen Sie Lincoln´s Inn, das eines der vier großen Inns of Court ist, die anderen sind the Inner Temple, the Middle Temple und Gray´s Inn – alle sind ganz in der Nähe. Lincoln´s Inn hat die Weltkriege relativ gut überstanden und es ist beneidenswert in einer solch´ schönen Umgebung zu arbeiten.
Falls Sie jetzt hungrig geworden sind dann besuchen Sie doch eines der zahlreichen Cafes, eine der zahlreichen Sandwichbars wie Pret a Manger (101 New Bridge Street) oder ein japanisches fast food Restaurant wie
Moshi Moshi Sushi in der U-Bahn Station von Liverpool Street. Falls Ihre Mittagspause länger dauern soll, dann haben Sie die Möglichkeit eines der Restaurants aufzusuchen wie das
1 Lombard Street (die Adresse entspricht dem Namen des Restaurants), bei dem man in einer Bankhalle sitzt.
Wenn Sie zum Ende der Chancery Lane kommen, überqueren Sie High Holborn und biegen Sie rechts ab. Dort werden Sie zu Ihrer Linken eine Straße namens Hatton Garden finden – Londons beste Diamanten Gegend. Sie können mit den Verkäufern handeln und Schmuck für einen guten Preis bekommen.
Zurück auf der High Holborn spazieren Sie weiter in die gleiche Richtung wie zuvor und biegen die nächste Straße rechts ab in die Charterhouse Road. Es ist üblich rechts in die Poultry Avenue abzubiegen und den bekannten
Smithfield Market - ältester und größter Fleisch- und Geflügelmarkt in Europa - zu besuchen. Alle Vorbereitungen sind um 5 Uhr abgeschlossen, damit der Markt pünktlich öffnen kann. Das Hauptgebäude befindet sich in Crystal Palace und besteht aus Eisen und Glas. Früher, ab 1305 war Smoothfield ein Exekutionsplatz.
Am Ende des Smithfield Market werden Sie das
Barbican Centre - Heimat der
Royal Shakespeare Company - sehen, wo während des Jahres viele gute Produktionen aufgeführt werden. Das Abendessen sollten Sie an Vorstellungsabenden im
Searcy's genießen. Oder aber Sie gehen die Aldersgate Street entlang bis Sie das
Museum of London erreichen, wo Sie Londons Geschichte von Beginn an verfolgen können. Gehen Sie zum Ende von Aldersgate Street bis Sie St. Paul´s U-Bahn Station erreichen. Nicht weit entfernt ist die La Grande Marque wine bar (47 Ludgate Hill), wo Sie diesen Rundgang und hoffentlich auch interessanten Tag beenden.
S Harvey-Craig
Translated by S Heyng
Tour 5: Around Greenwich Diese Tour starten wir an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Londons, der London Bridge, die, anders als im Kinderlied dargestellt, nicht so schnell umfällt. Eigentlich ist es eine funktionstüchtige Ziehbrücke, die sich im Sommer fünfmal am Tag öffnet. Vom Nordufer aus starten regelmäßig Bootstouren, von denen sich eine unvergleichliche Sicht auf London bietet. Nehmen Sie eines dieser Boote nach Greenwich.
Gleich bei der Ankunft werden Sie die
Cutty Sark sehen, einen von Grund auf restaurierten Schnellsegler aus der Zeit des Britischen Empires. 1869 erbaut beförderte sie Tee aus China, wurde aber mit dem Bau des Suez-Kanals überflüssig. Es ist die erste von vielen Seefahrts-Sehenswürdigkeiten auf unserer Tour durch Greenwich. Und auch wenn Sie nicht die Planken entlang laufen oder in die Takelage klettern können, ist das schöne Schiff einen Blick wert.
Auf der Seite des Platzes, der die Cutty Sark beherbergt, finden Sie in einem Hof des
Royal Naval College (Königliche Marineakademie) eine kostenlose, interaktive Ausstellung, die über die neuesten Entwicklungen im Millenium Dome-Projekt informiert. Besonders technikbegeisterte Kinder werden diese zu schätzen wissen. Die Ausstellung vermittelt sehr gut die Ideen für die aufregenden Entwicklungen, die hier in Greenwich stattfinden, und zeigt, wie eine Gegend, die traditionell mit Britanniens seefahrender Vergangenheit verknüpft worden ist, sich nun inmitten bahnbrechender, hochmoderner Entwürfe wiederfindet.
Das Royal Naval College ist ein eindrucksvolles Gebäude, zur Flussseite hin mit hohen Kollonaden geschmückt. Die Akademie steht auf dem Platz des früheren Tudor Palastes, dem Placentia Palast, in dem Henry VIII und all seine Kinder geboren worden sind und in dem seine unglückliche fünfte Frau Jane Seymore zwar ihren Kopf behielt, aber ihr Leben im Kindsbett verlor. Ursprünglich war Webb beauftragt worden, hier einen neuen Palast zu bauen, aber fertiggestellt wurde das Gebäude schließlich durch Wren (den Architekten der St Paul's Kathedrale), nachdem es bereits zu einem Krankenhaus für verwundete Seeleute geworden war.
Hinter der Akademie gelangen Sie in den
Greenwich Park; gestaltet wurde er von Andre le Nôtre, einem sehr talentierten Landschaftsarchitekten, der auch den St. James-Park und die Gärten in Versailles angelegt hat. Der Park ist ein hervorragender Ort für ein Picknick, vor allem vor dem Hintergrund der herrlichen Aussicht auf das Londoner East End und die Docklands, aber auch auf diesen heißumstrittenen Riesenpickel namens Millennium Dome. Sonst ist es im Allgemeinen ein schöner Park und die steilen Hänge machen ihn besonders dienlich für Wettbewerbe im Hügel-Hinabrollen (am besten VOR dem Essen, da die Hügel wirklich SEHR steil sind).
Folgen Sie nun dem sich schlängelnden Pfad die Böschung hinauf, anschließend verschafft Ihnen ein Gruppenticket Einlass in das Haus der Königin, das
Royal Observatory (Königliche Observatorium) und das National Maritime Museum (Nationales Seefahrts Museum). Geplant von Indigo Jones für die Frau von James I., welcher unglücklicherweise vor der Fertigstellung starb, wurde das Queen's House zuerst von Henrietta Maria bezogen, der Gattin von Charles I. Die Einrichtung innen ist vollständig im majestätischen Stuart Stil restauriert worden.
Das National Maritime Museum nebenan dokumentiert die Britische Seefahrertradition der letzten 550 Jahre. Das Königliche Observatorium wurde im Jahre 1675 für John Flausteed erbaut, den Astronomen von Charles II. Das beeindruckende Teleskop aus dem 18. Jahrhundert, das hier aufbewahrt wird, ist aber nie wirklich für die Astronomie eingesetzt worden, sondern wurde nur als Statussymbol für den König gebaut. Das Planetarium bietet viele interessante Ausstellungen und Videos für leidenschaftliche Sternengucker. Im Hof sehen Sie den Null-Meridian: die blaue Linie, die es Ihnen ermöglicht, mit einem Fuß auf der östlichen Hemisphäre zu sein, während der andere fest auf der westlichen Hemisphäre steht. Die Uhr außerhalb der Hoftore ist der Zeithüter der Greenwich Mean Time – dem Drang, Ihre Uhr danach zu stellen, dürfen Sie gern nachgeben, aber denken Sie daran, dass die Englische Sommerzeit der mitteleuropäischen um eine Stunde voraus ist.
Greenwich ist ein malerischer Teil der Stadt, selbst die Straßen vermitteln ein wundervolles Seefahrergefühl, Antiquitätenläden säumen die gekrümmten Gassen und es gibt viele hübsche Kneipen und Restaurants, die kulinarische Köstlichkeiten aus der ganzen Welt anbieten. Nehmen Sie sich die Zeit in dem Städtchen Greenwich herumzuwandern. Wenn Sie das Wochenende hier verbringen, könnten Sie einen Halt im
Greenwich Market einlegen. Samstags und sonntags von 9 bis 17 Uhr wird aus der Greenwich High Street ein lebhafter und aufregender Antiquitätenmarkt, der bis zur Greenwich Church Street führt, wo Sie den versteckt liegenden Handwerksmarkt finden, und schließlich erreichen Sie die Thames Street, in der die vielfältigen und bizarren Sammlungen des Flohmarktes zu finden sind.
Zurück am Fluss können Sie nun noch eine kurze Bootsfahrt vom Kai zum
Thames Flood Barrier (Themsen-Flutschleuse) machen, vor allem wenn Sie zuvor noch keine Gelegenheit dazu hatten. Vermutlich erhalten Sie mit dem Bootsausflug auch einen Vorab-Blick vom Wasser auf den Millenium Dome. Das Besucherzentrum an der Schleuse ist täglich geöffnet.
Eine interessante Alternative für die Rückfahrt bietet die Docklands Light Railway. Um zur Island Gardens Haltestelle zu gelangen, müssen Sie die Unterführung unter der Themse hindurch nehmen. Die computergesteuerte Bahn bietet an der Strecke entlang ausgezeichnete Aussichten auf das Dockland Gebiet. Wenn Sie vorher die Piccadilly Linie benutzt haben, um in London herumzukommen, kann es eine willkommene Abwechslung sein, etwas von der Stadt zu sehen. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die Docklands gebaut, um mit dem enormen Verkehrsaufkommen der Handelswaren fertigzuwerden, die aus den entlegensten Ecken des Empire in den belebten Londoner Hafen verfrachtet wurden. Bis zu den 1960er Jahren wurden die Docklands mit der Entwicklung der riesigen Container-Schiffe gänzlich überflüssig und die Gegend verfiel in den völligen Niedergang. Diese Entwicklung hielt an bis in die 1980er Jahre; die verwirklichte Vision der London Docklands Development Corporation führte schließlich zur Errichtung der Stahl- und Glashochhäuser.
S Harvey-Craig
Translated by P Winkler
Tour 6: South Bank & Lambeth Herzlichen Glückwunsch! Sie sind gerade dabei, das Südufer der Themse zu entdecken – einen häufig übersehenen Teil von London.
Waterloo Station ist Ihre erste Station. Nehmen Sie den Ausgang, der Sie auf die Waterloo Road bringt. Hier gibt es direkt an der Station eine kleine Fußgängerbrücke über die Waterloo Road – und gerade neben der Brücke, weg von der Waterloo Road, liegt die Sandell Street. Da sie sehr unscheinbar ist, müssen Sie schon genauer hinsehen. Hier nehmen wir unser Frühstück ein - im Auberge. Es ist ab 8 Uhr geöffnet und von hier aus kann man prima starten.
Bis zum Rand vollgegessen und voller Tatendrang gehen Sie jetzt zurück zur Waterloo Road und wenden sich links. An der ersten Kreuzung überqueren Sie die Straße und sehen Lower Marsh – als
market street (Marktstraße) ist sie nicht schwierig zu entdecken. Sie ist nicht groß, aber sie bietet die Chance, keinen Touristen-Markt sondern einen 'richtigen' Londoner Markt zu erleben.
Wenn Sie die Hauptstraße erreicht haben, an der die Lower Marsh endet, überqueren Sie diese und biegen dann links ab. Nehmen Sie dann den nächsten größeren Abzweig nach rechts, zur Kennington Road, bis Sie an eine kreuzende Hauptstraße gelangen. Gehen Sie nun die Lambeth Road nach links, so sehen Sie auf der rechten Seite das Imperial War Museum (Kriegsmuseum des Britischen Reiches). Falls Kriege nicht Ihr Ding sind, keine Sorge, das Museum zeigt auch das alltägliche Leben während des Krieges (besonders 2. Weltkrieg). Eine Ausstellung jüngeren Datums, 'From the Bomb to the Beatles' (Von der Bombe bis zu den Beatles) gab einen Blick auf das Leben im Nachkriegs-England.
Wenn Sie sich nun ausgebombt fühlen, gehen Sie auf die Lambeth Road zurück und wenden sich nach links – den Weg zurück, den Sie gekommen sind. Diesmal bleiben Sie auf der Lambeth Road bis hinunter zum Fluss. Auf der rechten Seite, direkt hinter der Eisenbahnbrücke, ist der Lambeth Palace - das Haus des Erzbischofs von Canterbury. Folgen Sie nach rechts der Lambeth Palace Road und wenn Sie an der großen Kreuzung am Ende der Straße angekommen sind, gehen Sie links runter zur Westminster Bridge Road.
Überqueren Sie nicht den Fluss – wir bleiben in Süd-London! Genießen Sie für ein paar Minuten den schönen Ausblick auf das
Houses of Parliament, dann überqueren Sie die Straße und können kurz auf den Fußgängersteg hinuntergehen, der sich hier am Fluss befindet. Als nächstes sehen Sie die County Hall und das
London Eye, das Ferris Wheel gebaut hat, um das Jahrtausend zu feiern.
Kurz danach kommen Sie zum
South Bank Komplex. Dieser ist eigentlich ein Schandfleck in Beton, aber dafür ist im Inneren sehr viel los. Cafes sind über den ganzen Platz verstreut; Sie finden hier sicherlich eines, in dem Sie einen Happen zu sich nehmen können. An den Wochenenden gibt es in der Foyer-Bar der Royal Festival Hall normalerweise kostenlose Live-Musik, gehen Sie doch einmal dort hin und schauen Sie, was gerade los ist. Hier gibt es auch eine Kunstgalerie, einen Geschenkeladen, einen Buchladen und ein Cafe. Auch das Nationaltheater, die Queen Elizabeth Hall und das Nationale Filmtheater warten darauf entdeckt zu werden. Etwas weiter, hinter der Waterloo Brücke, befindet sich das Museum of the Moving Image (Museum der bewegten Bilder) – ein interaktives Museum, das viel Spaß macht.
Haben Sie vom South Bank Centre genug gesehen, gehen Sie zurück zum Fluss und laufen Sie weiter hier entlang. Sie kommen am
Oxo Tower vorbei, wo es im 8. Stock ein exklusives Restaurant mit Cocktail Bar gibt. Wenn Sie es sich leisten möchten, steigen Sie hinauf und genießen Sie den herrlichen Blick auf London (seien Sie gewarnt – es ist nicht billig).
Zurück am Fluss gehen Sie weiter, bis Sie die Milleniums Brücke, die Blackfriars Brücke und den Modernen Trakt der Tate Gallery hinter sich gelassen haben, kurz vor der Southwark Bridge kommen Sie jetzt zu Shakespeares
Globe Theatre. Es ist ein Nachbau des Original-Theaters auf der ursprünglichen Stelle und es bietet exzellente Führungen.
Schließlich ist es Zeit für das Abendessen. Die Wohlhabenden mögen vielleicht zum Oxo Tower zurückgehen, wo mittlerweile ein blendendes Neon-Panorama von diesem hochragenden Standort erstrahlt. Aber der Oxo Tower hat ja kein Monopol auf Aussichten. Wenn Sie zurück zur
Royal Festival Hall laufen, finden Sie im dritten Stock ein Restaurant namens The People's Palace. Das Essen dort ist sehr gut und Sie können hinaus auf die Themse schauen, während die Sonne untergeht. Und: Sie sind nicht weit entfernt von Waterloo, wo alles begann...
S Harvey-Craig
Translated by P Winkler
Tour 7: Ein Rundgang in Westminster Sie werden ein gutes Paar Schuhe und einen zuverlässigen Regenschirm brauchen.
Der
Trafalgar Square, ein weltweit bekanntes Symbol Londons, ist der Anfangspunkt der Tour. Das Bemerkenswerteste am Trafalgar Square ist (abgesehen von den Tauben) natürlich die an Horatio Nelsons Dienst an seinem Lande erinnernde Nelsonsäule. Der zu Lebzeiten nur 1,63m große und lebenslang kranke Nelson war als Admiral sicherlich eine außergewöhnliche Erscheinung. Er verlor schließlich 1805 in der Schlacht von Trafalgar sein Leben, nachdem er bereits seinen rechten Arm und sein linkes Auge im Kampf verloren hatte. Die 1843 aufgestellte Säule ist über 50 Meter hoch. Allein das Schwert ist über zwei Meter lang – also um einiges größer als Admiral Nelson selber war.
Nur wenige Besucher lassen die Gelegenheit aus, die Vögel zu füttern. Ein weiterer beliebter Zeitvertreib besteht darin, auf einen den vier Löwen zu klettern, um ein Foto zu schießen. Wenn Sie im Dezember hier sind, wird ein gigantischer Weihnachtsbaum, ein jährliches Geschenk aus Norwegen, den Platz winzig erscheinen lassen.
An der Nordseite des Platzes befinden sich die
National Gallery und die
National Portrait Gallery, die etwa 2000 bemerkenswerte Kunstwerke beherbergen, unter denen sich einige der wertvollsten Schätze der Nation befinden. Seit der Ersteröffnung 1838 wurden zahlreiche Erweiterungen hinzugefügt, deren jüngste der 1991 eröffnete Sainsbury-Flügel darstellt. Beachten sie die unscheinbare Kirche auf der Ostseite des Platzes: die St Martin-in-the-Field Kirche. Sie bot vielen Londonern Schutz vor den Angriffen der deutschen Luftwaffe während des zweiten Weltkrieges.
Gehen sie weiter in Richtung Süden, entlang dem großen Boulevard von Whitehall, auf das House of Parliament zu. In Whitehall befinden sich die meisten der britischen Regierungsministerien. Der erste interessante Punkt den Sie erreichen, ist die Statue von Charles I., den Oliver Cromwell 1649 als Landesfeind exekutieren ließ. Auf der linken Seite der Straße ist das alte Admiralsgebäude, das noch heute genutzt wird. Das beeindruckende Bauwerk gegenüber ist das Verteidigungsministerium.
Auf Ihrer rechten Seite passieren Sie die Pferdewächter, in all ihrem gefederten Ruhm. Versäumen Sie nicht die Gelegenheit, das obligatorische Londonfoto von einem Wächter zu Pferde zu schießen, und ja, es ist ihnen wirklich verboten, zu lächeln!
Number 10 Downing Street stellt die nächste Fotogelegenheit dar. Es ist sei 1732 der offizielle Wohnsitz der Premierminister. Der gegenwärtige Premier, Tony Blair, hat jedoch mit der Tradition gebrochen. Nachdem er sich entschieden hatte, dass Nummer 10 für seine drei Kinder zu klein ist, tauschte er mit dem Finanzminister, dem Chancellor of the Exchequer, der normalerweise im familienfreundlicheren Haus Nummer 11 wohnt, kurzerhand Häuser. Leider werden Sie mit einem kurzen Blick durch die Absperrung zufrieden sein müssen, da in jüngster Zeit erhöhte Sicherheitsgefährdungen dazu geführt haben, dass kein öffentlicher Zugang zu Downing Street mehr möglich ist.
Zu Ihrer Linken, in der Mitte des Boulevards befindet sich der Cenotaph, ein Monument zu Gedenken der britischen Kriegsgefallenen. Am Remembrance Day (dem zweiten Sonntag im November), findet entlang Whitehall eine Parade von Repräsentanten statt, die in den Weltkriegen, dem Falkland- und dem Golfkrieg gekämpft haben. Die Queen und der Premierminister legen Kränze zum Gedenken an die Gefallenen nieder.
Gehen Sie weiter an Whitehall entlang bis sie den Parlamentsplatz erreichen, der geschmückt ist mit den Statuen einiger der größten historischen Gestalten des britischen Parliaments, wie zum Beispiel Winston Churchill, Benjamin Disraeli und Abraham Lincoln. Überqueren Sie den Platz Richtung Westminster Abbey und vergessen Sie dabei nicht, nach „links“ zu schauen (selbst zu ruhigen Tageszeiten kann der Parlamentsplatz schwer zu überqueren sein).
Westminster Abbey wo die Souveräne gekrönt und beerdigt werden, ist ein großartiger Ort, um Ihre Kenntnisse der englischen Geschichte aufzufrischen. Dieses über 900 Jahre alte, imposante Gebäude ist ein wundervolles Beispiel gotischer Architektur. Schauen Sie hinauf und sehen Sie selbst, wie die Decke bis in den Himmel aufzusteigen scheint – beobachten Sie den verblüffenden Effekt des Lichts, das durch die großen Fenster scheint und im farbigen Glas gebrochenen wird. Die Grabstätten der britischen Monarchie geben Ihnen einen Eindruck der Intrigen, Kontroversen und schmutzigen Geschäfte, die immer mit der Thronfolge verbunden waren.
Die Dichterecke bietet eine Wiederholungsstunde in englischer Literatur, die unter anderen Shakespeare, Shelly, Keats, Byron und Dickens Tribut zollt. Ob die Überreste in Shakespeares Grab die seinen sind oder nicht wird noch immer von den Historikern und Gelehrten diskutiert, ebenso wie die Frage nach seiner wahren Identität. Unter den Grabstätten verschiedener Staatsoberhäupter und führender politischer und kultureller Persönlichkeiten befindet sich auch das Grab des unbekannten Soldaten, der im Ersten Weltkrieg sein Leben verlor. Kinder brennen darauf, von einigen der Inschriften Messing abzurubbeln, was an einigen, weniger berühmten Grabstätten auch erlaubt ist. Während dessen können sie eine Pause machen und am neuen Kaffeestand innerhalb der Abbey einen Kaffee trinken.
Gehen Sie nun hinüber zum House of Parliament – dem Sitz der britischen Regierung – das auf der Stelle des ursprünglichen für Edward der Bekenner gebauten Palastes steht, der 1834 abbrannte. Das von Charles Barry entworfene heutige Gebäude ist ein exzellentes Beispiel der Neugotik und umfasst gotische sowie elisabethanische Stile. Mittwochs bietet sich manchmal die Gelegenheit, Tony Blair dabei zu erspähen, wie er auf dem Fahrrad zur Fragestunde des Premierministers zum House of Commons fährt. Wer infantilere Genüsse wünscht, kann versuchen rechtzeitig zur vollen Stunde hier zu sein, um Big Ben schlagen zu hören. Der Name `Big Ben´ wird übrigens oft falsch gebraucht; es ist nicht der Name des Turmes, sondern die Bezeichnung der 13 Tonnen schweren Glocke im Turm.
Begeben Sie sich nun geradewegs zur perfekten Fotogelegenheit an der Westminster Bridge – die Thames, das House of Parliament und ein roter Doppeldeckerbus - werden beweisen, dass Sie in London waren. Das große weisse Gebäude auf der anderen Flussseite ist Country Hall, das im Untergeschoss das bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebte
London Aquarium, sowie ein Restaurant und ein 24-Stunden-Fitness-Studio beherbergt. Sie werden auch das
London Eye (Millennium Wheel) sehen.
Jetzt, da Sie sich auf der Südseite des Flusses befinden, schlendern Sie an der Thames entlang (Postkartenperspektive des House of Parliament). Sie werden bald auf einen Betongebäudekomplex aus den 60er Jahren stoßen, der einstmals von Prinz Charles als Londons unschönster Anblick beschrieben wurde – die South Bank. Die South Bank umfasst: die
Königliche Festhalle (Heimstatt des London Philharmonic Orchestra und des London Symphony Orchestra), die
Hayward Gallery, das
National Film Theatre (NFT) und das
Royal National Theatre (einfach 'The National' genannt), indem sich das
National Theatre Olivier, das
National Theatre Lyttelton und das
National Theatre Cottesloe Theater befinden. Hier ist immer etwas interessantes geboten – die South Bank stellt auch die Ziellinie des zermürbenden, jährlichen, 26,2 Meilen langen Londoner Marathons dar.
S Harvey-Craig
Translated by A Dufner
Tour 8: Eine maßgeschneiderte Tour durch Londons "Vorzeige-Couture" Um diese `expedition d'haute couture' zu machen, starten Sie am besten an der U-Bahnstation Bond Street. Verwirrenderweise werden Sie sich dort auf der Oxford Street wiederfinden – das Zuhause von hunderten von Hauptstraßengeschäften, die Filialen im ganzen Land haben – ein hervorragender Ort für alles mit angemessenen Preisen, sowie regelmäßigen Sonderverkaufs- und Schnäppchenangeboten.
Biegen Sie gleich rechts ab und nehmen Sie dann die linke Seite der darauffolgenden Gabelung, die deutlich als South Molton Street gekennzeichnet ist – eine Fußgängerzone für Damenmode. Diese Straße verfügt über eine ausgesprochen große Anzahl von Schuhläden, die die Suche nach dem perfekten Paar hier viel einfacher gestalten als anderswo.
Andere erwähnenswerte Geschäfte sind Browns,
Butler & Wilson für den köstlichsten Modeschmuck, einschließlich falschen diamant- und perlenverzierten Diadems,
Gap (The) auf der einen Seite, für modische Damenbekleidung und
The Gap für die essentiellen Basics.
Am Ende der Straße biegen Sie scharf links ab, gleich danach scharf rechts. Das wird Sie auf die New Bond Street bringen, das Zuhause von Emporio Armani und
Versace. Für luxuriöse Lederwaren und Accessoires sollten Sie bei
Loewe vorbeischauen, für exklusive Mode aus einem der ältesten Modehäuser Paris's bei
Yves Saint Laurent, für das amerikanische Portrait der englischer Klassik bei
Polo Ralph Lauren, für jene Seidenschals, die man unbedingt haben muss, bei
Hermès, für heimische, gerade geschnittene Damen- und Herrenkleidung bei
Nicole Farhi, für jene exquisite Abendgarderobe bei Valentino und ansonsten bei Tiffany's,
Chanel und
DKNY. Desweiteren gibt es auf Bond Street:
Russell & Bromley,
Mulberry (besuchenswert vor allem wegen seiner inbegrifflich englischen Ledergeschenkwaren),
Louis Vuitton und
Donna Karan.
Jetzt ist es Zeit, sich Richtung Conduit Street zu wenden, um sich kurz die ausgefallenen Exzentriztäten der Engländer und Italiener in Form von
Vivienne Westwood und
Moschino anzuschauen. Folgen Sie dieser kurzen Straße bis zu ihrem Ende, bis Sie auf die einzigartige Savile Row treffen. Bevor Sie nach dem Maßschneider ihrer Wahl suchen, ist es wahrscheinlich an der Zeit, zu Mittag zu essen, und was ist besser, als sich nur ein paar Schritte vom Italiener Condotti zu befinden. Der Eigentümer ist ein wirklicher Kunstliebhaber, wie Sie sehen können werden, wenn Sie sein Restaurant betreten. Er legt großen Wert auf Details, wie man an den kunstvollen Pizzen sehen kann. Es ist im Grunde ein Pizzarestaurant, aber es gibt auch ergötzliche Salate, sowie delikate Desserts. Andere Empfehlungen wären der
Zinc Bar & Grill, wo das brillante Mittagsmenü Salate, Sandwiches und Gegrilltes umfaßt, oder das ultra-coole
Momo, das Extravaganzen aus dem Mittleren Osten serviert. Beide befinden sich auf Heddon Street, einer Nebenstraße von Regent's Street.
Jetzt können sie sich gestärkt auf den zweiten Teil der Tour einlassen. Wenn Sie auf der Suche nach einem maßgeschneiderten Anzug nach London gekommen sind, werden Sie feststellen, dass Sie an den richtigen Ort gekommen sind. Savile Row sollte sich jetzt in Sichtweite befinden, das Zuhause von `extraordinären´ Schneidern. Richard James in Nummer 31 ist ein junger, ausgefallener Schneider mit modernen Ideen, der Anzüge mit farbigem Schwung macht. Sehen Sie sich Anderson & Shepherd (Nummer 30) an, wenn Sie eine weichere Schneidererfahrung mit einem 1500£ - Preisschild für einen maßgeschneiderten Dreiteiler wünschen, oder Dege (Nummer 10) für maßgearbeitete Hemden aus einer Variation von ungewöhnlichen Textilien – auf dem Stockwerk des Ladens können Sie dabei zusehen, wie die Hemden an den Schneidetischen gemacht werden. Henry Poole's (Nummer 15) war der erste Schneider auf der ´Row` und hat seit Mitte des 18. Jahrhunderts zahllose königliche Kunden, die für seinen Wert stehen. Bei H Huntsman & Sons (Nummer 11) werden Sie einen sehr klassischen Schnitt erleben, der Sie ein Vermögen kosten wird. In Savile Row Nummer 1 befindet sich Gieves & Hawkes. Diese Schneiderei ist riesig, etwas palastartig, mit einem Flair, als ob es der Lieblingstreffpunkt der Königlichen sei – nun, zumindest hinsichtlich der Anzüge und Militäruniformen. Es ist Zeit, zur Old Bond Street zu gehen, also biegen Sie rechts aus der Savile Row ab und anschließend links.
Dieses ist das Ende (oder sollte ich sagen der Anfang?) der Straße, aber einige der beliebtesten `Modetempel´ liegen hier, die man kaum verpassen kann.
Prada ist vielleicht der einzige Grund warum einige auf der gesellschaftlichen Leiter nach oben befindliche Leute die Straße überhaupt besuchen, denn hier werden führende Modeaccessoires und Kleider verkauft. Prada findet sich zusammen mit anderen `Tempeln´ wie Gucci, der verantwortlich ist für die schlanken, schwarzen, exklusiv geschnittenen Kleider, die ewig in Vogue zu sehen sind,
Gianni Versace - das Zuhause der schockend bunten Stücke, die feste Favoriten der Schillernden sind und
Joseph, wo scharfe Designeranzüge und Freizeitbekleidung entworfen werden und der von der jüngeren Generation von Pop Stars und anderen Szene Insidern frequentiert wird. Wenn Sie am Ende der Straße sind, überqueren Sie Piccadilly und machen Sie eine Kaffeepause bei Richoux. Gehen Sie dann die St James Street hinunter, die Sie etwas zu Ihrer Linken finden werden. Die St James Street wird Sie zur Jermyn Street führen, zu den beliebtesten Jagdgründe für den Gentleman auf der Suche nach Hemdenmachern und Schneidern (für jenen feinen Touch!), bevor er sich zum St James' Square hinunter in seinen Club begibt.
Vielleicht haben Sie Lust auf einen Spaziergang vom einen zum anderen Ende von Jermyn Street, um ein Gefühl für den Platz zu bekommen und dafür, was der Inbegriff des Englischen ist. Sie werden die malerischste Auswahl von Geschäften erleben, die Sie je gesehen haben. Sie werden vielleicht den unwiderstehlichen Drang verspüren, zumindest in einen Laden zu gehen, um mit einem schön als Geschenk verpackten Hemd oder einem Paar Manschettenknöpfe wieder herauszukommen. Dies ist das Mecca der Hemdenmacher – hier sind einige der besten von ihnen, alle mit ihrem individuellen Stil: Herby Frogg, Hawes & Curtis, Hilditch & Key, T M Lewin, Coles, Harvie & Hudson, Favourbrook, Charles Tyrwhitt, Turnbull & Asser und – wahrscheinlich am bekanntesten von allen - Pink.
Herrentoilettengeschäfte sind hier auch zu finden, so zum Beispiel Floris, wo hochwertige Düfte für Männer (und Frauen) verkauft werden und die umwerfendsten riechenden Pot Pourri. Floris ist der bevorzugte Laden des Prinzen von Wales, der dieses traditionsreiche Geschäft mit seiner Kundschaft beehrt. Hackett wird von der jüngeren Generation wegen der sportlichen Kleidung für Draussen viel besucht, schafft es aber eine Brücke zu schlagen, so dass die ältere Generation kommt, um sich ihre Dreiteiler, Freizeit Tweeds, Morgenmäntel und Abendkleidung von der Stange zu kaufen. Vergessen Sie die Schuhe nicht – bei Lobb's können Sie dabei zusehen, wie sie für Sie gemacht werden. Oder suchen Sie sich bei Church's (Nummer 111), Russell & Bromley oder Jones' ein schönes Ledermodell aus. Daks hat alles auf Lager, ebenso wie Dunhill, wo Sie sogar die berühmten Zigarren gekommen können. Aber
Fortnum & Mason mit ihrer Auswahl an englischen Tees, Kaffees, Schokoladen und anderen Feinkostartikeln ist wirklich der Laden, den man auf der Suche nach einem geschmackvollen Souvenir aus England besuchen sollte. Das St James' Restaurant im vierten Obergeschoss ist ein großartiger Ort, um zu Abend zu essen und ein guter Ort, um diese Tour abzuschließen. Nach der Gelegenheit, über extrem britischer Kost zu entspannen, können Sie sich auf den Weg zurück nach Piccadilly machen und dann links zur U-Bahnstation Green Park abbbiegen.