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Mannheim wurde 766 erstmals erwähnt. Damals war es nur ein kleines Fischerdorf am Zusammenfluss von Neckar und Rhein.
Um 1622, als Mannheim im Dreißigjährigen Krieg (im Wesentlichen eine Schlacht zwischen Protestanten und Katholiken) den spanischen Truppen unterlag, starben etwa 30% der Bevölkerung an den Folgen von Krieg, Krankheiten oder Hungersnot und die Stadt wurde weitgehend zerstört.
Unter der Herrschaft von Kurfürst Karl Ludwig (1648-97) wurde die Gründungsurkunde überarbeitet: Leibeigenschaft und Zwangsarbeit wurden abgeschafft, Steuern und Handelszölle wurden aufgehoben und Religionsfreiheit wurde eingeführt (einschließlich eines Zugeständnisses an Juden im Jahr 1660). Dies führte zum allmählichen Wiederaufbau der Stadt und einem Anstieg der Bevölkerungszahl, da sich deutsche, niederländische, polnische und französische Siedler in der Stadt niederließen.
Im Neunjährigen Krieg (auch ‚Krieg der Großen Allianz’ genannt), einer Schlacht zwischen der Pfalz und dem französischen König Ludwig XIV, wurden Mannheim erneut vollständig zerstört. Die Stadt wurde im November 1688 von den Truppen von Ludwig XIV eingenommen und im März 1689 von den französischen Truppen niedergebrannt, so dass ihre Gegner dort kein Lager aufschlagen und Lebensmittel und Proviant finden konnten.
Mitte des 18. Jahrhunderts geriet der katholische Kurfürst der Pfalz Karl III Philipp in Konflikt mit den protestantischen Bewohnern Heidelbergs und beschloss, seine Residenz in das nahe gelegene Mannheim zu verlegen. Er errichtete eine sternförmige Festung rund um die Stadt und begann mit dem Bau des Schlosses, alles durch immense Steuerzahlungen finanziert.
Er starb, bevor der Bau vollendet war, aber sein Nachfolger Kurfürst Karl IV Theodor (1743-99) beaufsichtigte die Fertigstellung des Schlosses, gründete eine Akademie der Wissenschaften und eine Gesellschaft für die Weiterentwicklung der deutschen Sprache und des deutschen Theaters. Unter seinem Einfluss wurde Mannheim ein Zentrum der Musik, des Theaters, der Kultur und der Bildung in Europa, und die Wirtschaft florierte. Mannheims Orchester galt als das beste Orchester im 18. Jahrhundert. Mozart besuchte Mannheim zweimal und lebte dort mehrere Monate lang. Friedrich Schiller, Deutschlands großer klassischer Dramatiker, begann seine Karriere im Nationaltheater, das heute als das älteste Lokaltheater in Deutschland gefeiert wird. 1777 erbte Karl Theodor den Bayerischen Thron und zog nach München um.
Die Beteiligung an den Französischen Revolutionskriegen brachte 1795 weitere Zerstörung und Schulden für Mannheim mit sich.
1802 wurde Mannheim vom Heiligen Römischen Reich dem Großherzogtum Baden zuerkannt und baute seine Präsenz als Handelszentrum im Südwesten Deutschlands weiter aus. Die Docks am Rhein wurden erweitert und über den Neckar wurde eine permanente Brücke gebaut. Die Eisenbahnlinie, die hinter dem Schloss vorbeigeführt wurde (und einen Teil der Gärten beanspruchte) revolutioniert den Handels- und Reiseverkehr.
Mannheims erster berühmter Erfinder, Karl Friedrich Christian Ludwig, modifizierte die bisherigen Versuche mit zweirädrigen Fahrzeugen. Er fügte ein lenkbarer Vorderrad hinzu und erschuf so 1817 die ‚Draisine’, auch ‚Dandy Horse’ genannt.
1885 entwickelte Karl Benz in Mannheim das erste motorgetriebene Fahrzeug. Anschließend erfand er außerdem die Zündkerzen, die Kupplung, die Gangschaltung, den Kühler und den Vergaser.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus Anlass des 300. Geburtstags der Stadt der Rosengarten (Konzerthalle) und die Kunsthalle (Kunstgalerie) errichtet.
1909 wurde außerhalb von Mannheim ein Flugplatz gebaut, und im Zweiten Weltkriegs wurden hier 22 Luftschiffe gebaut. Mit der Eröffnung des Flughafens Mannheim-Heidelberg-Ludwigshafen im Jahr 1925 wurde Mannheim zu einem Zwischenstopp auf der Flugroute von Kopenhagen nach Zürich.
Eine weitere Erfindung für Mannheim: 1921 entwickelte der Ingenieur Fritz Huber den Lanz-Bulldog, den weltweit ersten Traktor.
Im 2. Weltkrieg wurden 80% der Wohn- und Industriegebieten Mannheims in 150 Luftangriffen zerstört, auch das Schloss wurde dabei dem Erdboden gleich gemacht. Außerdem wurde ein dicht besiedelter Teil der Planken unter der Herrschaft der Nationalsozialisten abgerissen, angeblich zur Verbesserung der Infrastruktur, aber man vermutet, dass auch das ästhetische Empfinden der Nationalsozialisten eine Rolle spielte. Im 2. Weltkrieg wurden 2200 jüdische Bürger Mannheims in Vernichtungslager deportiert. In den 1950ern erlebte Mannheim eine Zeit des schnellen Wiederaufbaus getreu der ursprünglichen Stadtpläne. 1957 feierten die stolzen und widerstandsfähigen Mannheimer die Eröffnung des wieder errichteten Nationaltheaters.
Mannheim feierte 2007 seinen 400. Geburtstag mit vielen Feierlichkeiten und Veranstaltungen, ein Großteil der Stadt wurde aus diesem Anlass neu hergerichtet, darunter auch das Schloss, das einen komplett neuen Anstrich erhalten hat und vollständig renoviert wurde.
Mannheim gilt auch heute noch als kulturelles Zentrum, hat aber auch als Industrie- und Wirtschaftszentrum in der Rhein-Neckar-Region an Bedeutung gewonnen. Es dient als Verkehrsknotenpunkt, und das verarbeitende Gewerbe ist unter anderem in den Bereichen elektrische Produkte, Optik, Präzisionsmechanik, Maschinen und Chemikalien tätig.
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