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München war der Geburtsort der Nazi-Partei, jedoch auch einer winzigen Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus: Der Weißen Rose. Diese Gruppe aus fünf Studenten und einem Professor druckte Handzettel gegen Hitler, bevor sie 1943 von der Gestapo gefangen genommen und hingerichtet wurde.
Die Münchner Gaswerke dienten als das Äußere der Schokoladenfabrik in der Version des Kinofilms Willy Wonka und die Schokoladenfabrik von 1973.
Siedlungen im Bereich von München gehen auf die Zeit der Römer zurück, aber Benediktiner Mönche des 8. Jahrhunderts können für sich beanspruchen, die Stadt auf die Landkarte gebracht zu haben – daher der Spitzname Munichen oder Mönchssiedlung. Die offizielle Geburtsstunde der Stadt fällt in das Jahr 1158, als der kaiserliche Reichstag in Augsburg die kurzlebige Herrschaft von Heinrich dem Löwen sanktionierte. München ging 1240 an das Haus Wittelsbach über, und die berühmte Wittelsbachfamilie beherrschte die Stadt (und in der Tat ganz Bayern) bis in das 20. Jahrhundert.
München wurde 1255 zur Herzogsresidenz und wurde im folgenden Jahrhundert erweitert, befestigt und erhielt von Ludwig dem Bayern, dem Erbauer des Alten Hofs, ein Monopol für den Salzhandel. Das Fundament für eine reiche Handelsstadt war gelegt und während der anschließenden 200 Jahre blühte die Stadt pflichtgemäß auf, um 1503 die Hauptstadt des Herzogtums Bayern zu werden. Die einzige schwarze Wolke am Himmel kam in Form der Pest, die die Stadt während eines Zeitraums von 150 Jahren ab 1349 mehrmals heimsuchte. Abwasserkanäle und sanitäre Anlagen wurden als eine Folge allmählich verbessert, und im Jahr 1505 hatte sich die Bevölkerung auf 13.500 stabilisiert.
Der bayrische Herzog Wilhelm IV. war der Reformation nicht freundlich gesinnt, und München blieb resolut katholisch. Die Stadt war die Anti-Reformationshauptstadt Deutschlands, und ihre erhabene Stellung wurde durch den Bau von Renaissance-Prachtstücken wie der Residenz, der bayrischen Staatsbibliothek und der Michaelskirche unterstrichen, die die Stadt beinahe in den Bankrott trieben. München wurde während des Dreißigjährigen Kriegs vorübergehend den Schweden übergeben und fiel von 1705-14 unter habsburgische Herrschaft. Napoleons Neuordnung der deutschen königlichen Hierarchie erhob Bayern in den Rang eines Königtums und verdoppelte seine Größe, und es wurde 1818 der erste deutsche Staat mit einer schriftlichen Verfassung. Kurfürst Max Joseph wurde zum ersten König von Bayern gekrönt und wir verdanken ihm das heutige Oktoberfest: Er feierte die Hochzeit seines Sohnes, des bayrischen Kronprinzen Ludwig I. 1810 so großartig, dass die Münchner immer noch versuchen, die Feierlichkeiten zu übertrumpfen.
Im 19. Jahrhundert beschleunigte sich die Entwicklung der Stadt mit der Verlegung der Universität nach München und der Ankunft der ersten Münchner Eisenbahn noch mehr. Ludwig leitete ein ungeheures Bauprogramm ein, das die Hauptstadt in ein kulturelles und künstlerisches Zentrum verwandelte. Der Königsplatz, die Alte Pinakothek, die Ludwigstraße, die Ruhmeshalle an der Theresienwiese und Teile der Residenz stammen aus dieser Zeit. Ludwigs Untergang wurde durch seinen Absolutismus, seine Pressezensur und seine öffentliche Vernarrtheit in die berühmte Verführerin der Monarchen, Lola Montez, besiegelt und 1848 trat er die Krone an seinen Sohn Maximilian II. ab, der die Industrialisierung der Stadt vorantrieb. Der letzte Bayernkönig war der unvergessliche Ludwig II. (1845-86), der aufgrund seiner Tendenz zur Einsamkeit und dem Bau extravaganter Schlösser, die das Königreich in den Bankrott trieben, als der Märchenkönig bezeichnet wurde. Bayern verlor seinen Unabhängigkeit, als Ludwig die Verliererseite des französisch-preußischen Kriegs unterstützte, und der Staat wurde schließlich 1871 in das neue Deutsche Reich aufgenommen. Der König wurde im Rahmen einer zweifelhaften psychologischen Untersuchung 1886 als unzurechnungsfähig erklärt. Er wurde verhaftet und schon bald danach anscheinend unter mysteriösen Umständen ertrunken aufgefunden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte München mehr als eine halbe Million Einwohner und die beste elektrische Beleuchtung aller europäischen Städte. Kreative Persönlichkeiten wie Kandinsky, Marc, Klee, Strauss, Ibsen und Mann wurden vom Künstlerviertel Schwabing angezogen und nannten die Stadt ihre Heimat. München wurde im Ersten Weltkrieg beinahe bis zum Aussterben ausgehungert und war als Brutstätte politischer Unruhen und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs nach dem Krieg ein fruchtbarer Boden für die nationalsozialistische Bewegung Adolf Hitlers. Die Partei versammelte sich zum ersten Mal 1920 im Münchner Hofbräuhaus und die Stadt wurde von späteren Generationen als Zentrum von Hitlers Operationen nach seiner Machtergreifung in Deutschland 1933 gebrandmarkt. Nur Wochen nach seinem Herrschaftsantritt wurde im Norden der Stadt in Dachau das erste Konzentrationslager eingerichtet und das Schicksal der Münchner Juden in der schrecklichen Reichskristallnacht von 1938 besiegelt. München wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Bomben der Alliierten stark beschädigt und bei Kriegsende lag beinahe die Hälfte der Stadt in Schutt und Asche. Sie wurde am 30. April 1945 von amerikanischen Streitkämpfen besetzt.
In der Nachkriegszeit wurde der historische Stadtkern langsam und liebevoll wieder aufgebaut. Die Bevölkerung wuchs und die Stadt wurde mehr und mehr zum Mittelpunkt von Verlagswesen, Mode, Kino und Konzernen wie Siemens, BMW und Lastwagenhersteller MAN. Das massive Wiederaufbauprogramm fand seinen Höhepunkt in der Ausrichtung der Olympischen Spiele von 1972 in München, ein Ereignis, das von einer Feier in eine Tragödie verwandelte, als 11 israelische Athleten von palästinischen Terroristen ermordet wurden. 2006 erwarb die Stadt sich mit dem Eröffnungspiel der Fußballweltmeisterschaft einen freundlicheren Platz in den Geschichtsbüchern.
Heutzutage hat München einen reichhaltigen, selbstsicheren Ruf. Man schreibt ihr die höchste Lebensqualität aller deutschen Städte zu, die sich auf einer Mischung aus konservativer Haltung und künstlerischer Lebendigkeit, Großstadtraffinesse und bodenständiger Unterhaltung begründet.
Die Stadt wird von einer Koalition regiert, bestehend aus der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), den Grünen und der Rosa Liste (schwul-lesbische Wählerinitiative), was bemerkenswert ist, denn das restliche Bayern ist eine Bastion der konservativen CSU (Christlich Soziale Union). Inzwischen ist Christian Ude seit 1990 in seiner vierten Amtszeit Bürgermeister der Stadt.
Der Münchner Flughafen ist äußerst übersichtlich und innerhalb Deutschlands nach Frankfurt der zweitwichtigste Flughafen für internationale und Inlandsflüge. Die Hauptfluggesellschaft ist Lufthansa, doch wird München auch von vielen anderen internationalen Fluglinien angeflogen.
Es gibt ungefähr alle zwei Stunden Schnellzugverbindungen zu allen großen deutschen Städten und häufige Zugverbindungen zu europäischen Städten wie Wien, Prag, Zürich, Rom und Paris.
Die Fahrt nach München auf Deutschlands ausgezeichneten Straßen wird Ihnen Spaß machen, Ihr Auto ist jedoch so gut wie nutzlos, sobald Sie angekommen sind. Eine Kombination aus Schiffs-, Auto-, Zug- und Busreise ist eine weitere Möglichkeit: Es verkehren Fähren zwischen Deutschland und Großbritannien, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland.
Das Stadtzentrum von München ist kompakt genug, um es zu Fuß erkunden zu können. Um zu den äußeren Bezirken und Vororten zu gelangen, nutzen Sie das gut ausgebaute und äußerst effiziente öffentliche Verkehrsnetz. Das System ist in Zonen unterteilt, und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen innerhalb der weißen Innenstadtzone. Die U-Bahn bringt Sie zu vielen Sehenswürdigkeiten, und Busse schließen eventuelle Lücken. Sie können auch selbst durch die Stadt radeln.
Münchens hervorragendes öffentliches Verkehrssystem umfasst Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahn. Betreiber ist der MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) mit Servicestellen am Marienplatz, Hauptbahnhof, Sendlinger Tor, Odeonsplatz, Olympiazentrum, Karlsplatz und an der Münchner Freiheit. Dort händigen Mitarbeiter kostenlose Strecken-Netzpläne und Fahrpläne aus, verkaufen Tickets und beantworten geduldig alle Fragen.
Wenn Sie mehr Zeit als Geld haben, können Sie einen Direktbus nach München von Wien, Paris, Brüssel, Berlin und London aus nehmen. Es gibt auch Verbindungen von Prag, Amsterdam und Rom mit Umsteigen.
Von München aus verlaufen Autobahnen in alle Himmelsrichtungen. Die A9 führt nach Nürnberg, die A8 nach Salzburg, die A95 nach Garmisch-Partenkirchen und die A8 nach Ulm oder Stuttgart. Alle großen Autovermieter haben Niederlassungen am Flughafen. Sixt (Budget), Hertz, Avis und Europcar haben alle einen Schalter im Obergeschoss des Hauptbahnhofs.
Die Zuganbindungen von und nach München sind ausgezeichnet. Es gibt schnelle Direktverbindungen innerhalb Bayerns, zum Beispiel nach Nürnberg, Regensburg und Würzburg. Nach Freiburg oder Baden-Baden ist ein Umstieg erforderlich, gewöhnlich in Mannheim. Zudem gibt es auch regelmäßige Direktverbindungen nach Berlin, Frankfurt und Köln, sowie zu anderen europäischen Städten, wie Wien, Prag und Zürich. Nach Paris fährt auch ein Nachtzug.
Das Autofahren im Münchner Stadtzentrum kann ein Albtraum sein, da viele Straßen Einbahnstraßen oder Fußgängerzonen sind. Zudem ist die Strafzettelvergabe gnadenlos und die Parkplatzsuche ein wahrer Albtraum.
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