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Entgegen der allgemeinen Auffassung verfügt L.A. über ein recht gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrsnetz. Fast alle Gemeinden werden von Bussen bedient und die wichtigsten Attraktionen der Gegend, wie Hollywood und die Universal Studios, sind über ein U- und S-Bahnnetz erreichbar. Trotzdem bleibt das Auto weiterhin das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Bevor man sich jedoch in das Gewühl aus Stoßstange an Stoßstange begibt, sollte man besser alle Optionen in Erwägung ziehen.
Wer nach Los Angeles fliegt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Los Angeles International Airport landen, der 30 km südwestlich von Downtown L.A. liegt. Des Weiteren bietet Greyhound, die einzige landesweite Busgesellschaft der USA, Verbindungen von Städten in ganz Nordamerika nach Los Angeles an, wobei die Busse recht sauber und komfortabel sind. Ganz Kalifornien und die USA werden außerdem von Amtrak, der staatlichen Zuggesellschaft, bedient. Züge fahren von der Union Station in Downtown L.A. ab.
Katholiken tendieren zu der Ansicht, dass jeder das Recht hat, gesegnet zu werden. Nirgendwo sind diese Segnungen jedoch so sonderbar wie in L.A. Eine davon ist die BLESSING OF THE ANIMALS (die Segnung der Tiere), welche am Samstag vor Ostern in El Pueblo de Los Angeles stattfindet und bis auf das 18. Jh. zurückgeht. Zu den Empfängern der Segenssprüche des Kardinals zählen dreibeinige Pitbulls, erschöpfte Affen und Chihuahuas in Sombreros. Nach dieser Ehrung werden die Tiere dann neben ihren Besitzern herumgeführt und zeigen stolz Federn, Fell oder Fangzähne. Das Treiben wurde von dem Künstler Leo Politi in einem liebevollen Wandgemälde gegenüber des Old Plaza in El Pueblo festgehalten.
Die ersten Siedler in der Gegend von Los Angeles waren Gabrieleño und Chumash Indianer, die zwischen 5000 und 6000 v. Chr. in die Wüstenregion kamen. Als erster bekannter Europäer besuchte der portugiesische Seefahrer Juan Rodríguez Cabrillo, der die Küste im Jahre 1542 entlang segelte, das Los-Angeles-Becken. 1769 führten der spanische Gouverneur Kaliforniens Don Gaspar de Portolá und der Franziskaner-Priester Junípero Serra von San Diego aus eine Expedition in den Norden und machten sich auf die Suche nach geeigneten Orten für den Aufbau von Missionen zur Christianisierung der Ureinwohner Kaliforniens. Insgesamt wurden 21 Missionen entlang des El Camino Real (Königsweg) gegründet, von denen zwei in dem späteren Ballungsgebiet Los Angeles liegen.
1781 gründeten 44 freiwillige Siedler aus San Gabriel eine neue Stadt in der Nähe eines Flusses etwa 15 km im Südwesten der Mission. Die Siedlung erhielt den Namen El Pueblo de Nuestro Señora la Reina de los Angeles del Río Porciúncula (Das Dorf Unserer Lieben Frau, Königin der Engel des Flusses Portiuncula). Los Angeles, wie das Pueblo später genannt wurde, entwickelte sich bald zu einem aufblühenden Bauerndorf.
Nachdem Mexiko 1821 seine Unabhängigkeit erlangte, richteten zahlreiche Einwohner dieses neuen Staates ihren Blick auf Kalifornien, um ihr Streben nach privatem Landbesitz zu erfüllen. Bis Mitte der 1830er waren die Missionen säkularisiert worden und eine Reihe an Gouverneuren vergaben hunderte staatliche Landzuteilungen, die den Beginn des Rancho-Systems darstellten. Die wohlhabenden Rancheros waren bald die einflussreichste Schicht Kaliforniens, während die Immigranten aus den USA die Kaufmannsklasse darstellten. Mitte der 1830er lebten nur 29 US-Bürger in L.A. Die meisten Oststaatler hörten erst 1840 zum ersten Mal von Kalifornien, als Richard Henry Dana sein beliebtes Werk Two Years Before the Mast („Zwei Jahre vorm Mast“) veröffentlichte, in dem er über seine Erfahrungen im Fell- und Talghandel berichtete.
Im Rahmen des Vertrags von Guadalupe Hidalgo von 1848 erhielten die Vereinigten Staaten alle mexikanischen Gebiete westlich des Rio Grande und nördlich des Gila River in Arizona, darunter auch Oberkalifornien. Zwei Jahre später wurde Kalifornien als einunddreißigster Staat in die USA aufgenommen. Hinter dieser schnellen Aufnahme stand vor allem ein Beweggrund: Gold. Die ersten Funde in der Nähe der San-Fernando-Mission im Jahre 1842 wurden bald von dem berühmten Fund durch James Marshall 1848 am American River in Nordkalifornien in den Schatten gestellt, welcher den Kalifornischen Goldrausch auslöste. Der plötzliche Ansturm durch Tausende Menschen, die hier ihr Glück suchen wollten (alleine 1849 waren es 80.000 Goldsucher – daher auch der Spitzname der „49er“), hatte einen unbestreitbaren Einfluss auf L.A. Die Ranchbesitzer im südlichen Kalifornien wurden für die Verpflegung der Goldsucher herangezogen und merkten bald, dass der neue Reichtum der Minencamps ihnen zehnmal so viel einbrachte, wie die Gewinne aus dem Viehverkauf.
Mit der Gründung des Staates Kalifornien erhielt L.A. am 4. April 1850 das Stadtrecht und wurde zur Hauptstadt des weitläufigeren Los Angeles County. Zu diesem Zeitpunkt war Los Angeles eine zuchtlose Stadt mit schmutzigen Straßen und Ziegelhäusern, sowie zahlreichen Saloons, Freudenhäusern und Spielhöllen. 1854 war der Höhepunkt des Goldrauschs in Nordkalifornien überschritten und der Staat fiel in eine Wirtschaftskrise. Während die arbeitslosen Minenarbeiter nach L.A. strömten, schlossen Geschäfte, die ihre Zukunft auf dem Reichtum der Goldsucher aufgebaut hatten, ihre Türen. Zudem mussten sich die Rancheros mit den Untersuchungen der Landkommission auseinandersetzen, die im Jahre 1851 vom Kongress in den Westen gesandt wurde. Jeder, der zwei Jahrzehnte zuvor eine Landzuteilung erhalten hatte, war nun gezwungen, seinen Anspruch durch Dokumente und Zeugen zu belegen. Bis 1857 prüfte das Gericht etwa 800 Fälle, von denen 500 zugunsten der ursprünglichen Besitzer vor der Einführung des Rancho-Systems entschieden wurden.
Mit der Fertigstellung der ersten transkontinentalen Eisenbahnlinie, der Central Pacific (später Southern Pacific), im Jahre 1869 wurde San Francisco zur wichtigsten Stadt Kaliforniens. Aufgrund der isolierten Lage der Stadt war L.A. für die Kapitalisten San Franciscos eher unattraktiv. Doch 1876 wurde auch L.A. endlich durch eine Nebenlinie an das Schienennetz angeschlossen, gerade noch rechtzeitig, um die neue Orangenanbaubranche in Südkalifornien zu bedienen. Der erste kommerzielle Orangenhain erwies sich als ungemein erfolgreich und führte zur Entstehung mehrerer Hauptanbaugebiete, vor allem im heutigen Orange County. 1889 wurden die Zitrusfrüchte bereits auf mehr als 5200 Hektar angebaut.
1900 war die Bevölkerung von Los Angeles von 2300 im Jahre 1860 schon auf 100.000 gestiegen. Nach einer aggressiven Kampagne folgten weitere Oststaatler dem Aufruf des einflussreichen Zeitschriften- und Zeitungsherausgebers Horace Greeley, gen Westen zu ziehen. Nach ihrer Ankunft entdeckten diese jedoch schnell die Nachteile eines Lebens in einer Küstenstadt ohne natürlichen Hafen und einer äußerst unzureichenden Wasserversorgung. So begann man 1899 damit, 40 km südlich von Downtown, in San Pedro, einen Hafen zu bauen. Der erste Kai wurde 1914 eröffnet, im gleichen Jahr, in dem auch der Panamakanal fertig gestellt wurde. Damit befand sich San Pedro von heute auf morgen 12 880 km näher an der Atlantikküste und entwickelte sich zum wichtigsten Hafen der Westküste.
Die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser erwies sich als komplizierter. 1904 besichtigte William Mulholland, der Direktor der für die Wasserversorgung zuständigen Behörde von L.A., das Owens Valley 370 km nordöstlich der Stadt. Sein Plan war es, ein Aquädukt zu bauen, welches Schmelzwasser von den Bergen in die Stadt bringen sollte. Die Wähler stimmten dem Plan zu und im November 1913 flossen bereits 120 Millionen Liter Wasser pro Tag vom Owens River in das San Fernando Valley. Heute liegt die Versorgung bei 2,4 Milliarden Litern am Tag. Die restliche Wasserversorgung der Stadt, wie auch die Elektrizität Südkaliforniens, stammt größtenteils von den Dämmen des 320 km östlich verlaufenden Colorado River.
Die Bevölkerung von L.A. stieg rasant an und lag 1920 bei einer Millionen und 1930 bereits bei zwei Millionen, was sich vor allem auf den Fund von Öl zurückführen ließ. Während des Ersten Weltkrieges gründeten die Lockheed-Brüder und Donald Douglas Fertigungsanlagen für die Luftfahrt in der Gegend und bis zum Zweiten Weltkrieg beschäftigte die Luftfahrtindustrie genügend Mitarbeiter, um L.A. aus seiner Krise zu verhelfen. Ein Immobilienboom, der auf dem Zustrom der Luftfahrtmitarbeiter aufbaute, brachte nicht nur Kapital in die Region, sondern führte auch zur Bildung neuer Vororte im Süden von L.A. Dabei darf man natürlich auch nicht die Filmindustrie vergessen.
Seit dem Entstehen der Filmstudios in L.A. hat sich die Stadt ständig bemüht, den Erwartungen des Hypes zu entsprechen, den die Branche geschaffen hat. Das Image trug dazu bei, zwei neue Arten von Einwohner anzuziehen: den exzentrischen Künstler und den stylischen Hedonisten – beide von den breiten Sandstränden und der Versuchung des Hollywood-Lifestyles angelockt.
Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs zeichneten sich jedoch Probleme ab. Die Politiker hatten jahrzehntelang die ethnischen Spannungen ignoriert, wie zum Beispiel die ZOOT SUIT RIOTS von 1943. Mitte der 60er-Jahre war die Stimmung in South Central L.A. kurz davor, überzukochen. Die Spannung entlud sich im August 1965 in einigen der schwersten Rassenunruhen, die das Land je gesehen hatte. Im vornehmlich von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil Watts kam es sechs Tage lang zu Brandstiftungen und Plünderungen.
Die 1990er brachten eine schwere Zeit für L.A. mit sich. 1992 gipfelten die sozialen Spannungen und Rassenspannungen in den berüchtigten gewalttätigen Unruhen von Los Angeles, die sich in großem Maße auch gegen koreanische Ladenbesitzer richteten. Die Unruhen kosteten 51 Menschen das Leben und es entstanden Sachschäden im Wert von 100 Millionen. Ein Lichtblick zeigte sich mit dem Zusammenhalt der Stadt bei der Serie von Naturkatastrophen, die sich in den 1990ern ereignete. Die erstaunliche Anzahl an Erdbeben, Flächenbränden, Überschwemmungen und Erdrutschen vereinte die Angelenos in einer gemeinsamen Sache.
Heute befassen sich die Stadtverwaltung und politische Aktivisten mit der Suche nach neuen Antworten auf die seit vielen Jahren bestehenden Probleme von Los Angeles, wie den begrenzten natürlichen Ressourcen, der wirtschaftlichen Ungleichheit, dem zunehmenden Bevölkerungsdruck und natürlich der schwierigen Verkehrssituation.
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zeichnete sich eine positivere Entwicklung ab. L.A. verfügt über eine recht stabile Wirtschaft, eine niedrige Arbeitslosenquote und sinkende Kriminalitätsraten. 2003 vermischte sich Fiktion auf seltsame Weise mit der Realität, als der Actionstar Arnold Schwarzenegger für das Amt als Bürgermeister von Kalifornien antrat – und auch gewählt wurde. Im April 2005 wurde Antonio Villaraigosa erster Bürgermeister von L.A. lateinamerikanischer Herkunft.
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