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Das einzige Naturmerkmal, das für die Entstehung Las Vegas an der heutigen Stelle spricht, ist eine Quelle im Norden der Innenstadt. Diese wurde einst von den Paiute-Indianern genutzt, wenn sie in der Gegend waren, und später im Jahre 1829 von dem mexikanischen Kundschafter Rafael Rivera wiederentdeckt. Die Gegend wurde bei Durchreisenden als Las Vegas (die Wiesen) bekannt – ein Ort mit zuverlässiger Wasser- und Futterversorgung für die Pferde - und entwickelte sich so zu einem regelmäßigen Zwischenstopp auf dem Spanish Trail, der südlichen Auswandererroute nach Kalifornien. Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Mormonen die ersten Gebäude der Stadt, eine kleine Mission und ein Fort, das dann ein Wohnhaus wurde. Richtig entwickelt hat sich die Stadt allerdings erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts.
1902 wurde das Land, auf dem jetzt Las Vegas steht, an eine Eisenbahngesellschaft verkauft. Das Gebiet der heutigen Innenstadt wurde bei der Verlegung der Schienen unterteilt, wobei allein am 15. Mai 1905 1200 Parzellen veräußert wurden. Dieses Datum markiert die Geburtsstunde der Stadt.
Als Eisenbahnstadt verfügte Las Vegas über Maschinenhallen, eine Eisfabrik und eine Reihe an Hotels, Saloons, Freudenhäusern und Spielbanken. Mitte der 1920er wurden bei der Eisenbahn mehrere hundert Mitarbeiter entlassen, ein Projekt der Wirtschaftskrise verhalf der Stadt jedoch zu neuem Schwung: Der Bau des riesigen Hoover-Staudamms (dem damaligen Boulder-Staudamm), mit dem 1931 begonnen wurde. Er sorgte kurzfristig für Arbeitsplätze und für Wasser und Energie, was die Entwicklung der Stadt langfristig förderte.
Im gleichen Jahr wurden in Nevada das Glücksspiel legalisiert und die Scheidungsgesetze vereinfacht, was den Weg für das erste große Kasino auf dem Strip bereitete. Das El Rancho wurde von Bauunternehmern aus Los Angeles gebaut und 1941 eröffnet. Zu der nächsten Welle an Investoren, die ebenfalls von außerhalb der Stadt kamen, gehörten Gangster wie Benjamin „Bugsy“ Siegel, der im Jahre 1946 das Flamingo eröffnete und damit den Ton für die späteren Kasinos angab: Groß und pompös mit glanzvoller Unterhaltung, um die Spieler mit hohen Einsätzen anzulocken.
Der Glanz und Luxus, der die verschwenderischeren Besucher anzog, lockte jedoch auch die weniger Wohlhabenden an. Südkalifornien bot einen wachsenden Markt für die Unterhaltungsindustrie in Las Vegas und durch den Ausbau des Verkehrswesens war die Stadt auch vom Rest des Landes aus einfacher zu erreichen. Dank der Klimaanlagen und gesicherten Wasserversorgung stieg Las Vegas zu einem der beliebtesten Touristenziele des Landes auf. Bis vor kurzem setzte Las Vegas alles daran, sich als familienfreundlicher Zielort zu etablieren. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde jedoch viel unternommen, um die Sünde zurück in die „Sin City“ zu bringen. Riesige Hotelanlagen übertreffen sich mittlerweile gegenseitig mit feuerspuckenden künstlichen Vulkanen, gigantischen Aquarien und Miniatur-Manhattans. Zusammen mit den Dutzenden künstlicher Seen in den Vororten bedeutet all dies eine zunehmende Belastung für die Wasserversorgung der Stadt, der Bautrend wurde dadurch jedoch nicht gebremst.
Das 21. Jahrhundert begann mit einem großen Knall, als der Kasinomogul Steve Wynn das altmodische Desert Inn Hotel sprengen und an seiner Stelle das Wynn-Resort erbauen ließ, welches nach fünfjährigen Arbeiten 2005 eröffnet wurde – gerade noch rechtzeitig für die Feiern zum hundertjährigen Bestehen der Stadt. Mit der Eröffnung eines Guggenheim-Museums im Jahre 2001 und dem von der Smithsonian Institution geförderten Atomic Testing Museum zwei Jahre später erhielt der gut gepflegte Ruf der Stadt als Hauptstadt der „niederen“ Kultur einen ernsthaften Rückschlag.
Als Oase inmitten der einstigen Frontier erfüllt die Stadt der Sünde auch weiterhin die Wünsche ihrer Besucher. Mit 37,5 Mio. Besuchern pro Jahr war Las Vegas bis vor kurzem der Antriebsmotor der am schnellsten wachsenden Metropolregion in Nordamerika. Zwar hat die Immobilienkrise die Bewohner der Stadt besonders hart getroffen, doch wenn man der Geschichte glauben kann, wird die Stadt erst haushoch verlieren und dann ihre Glückssträhne fortsetzen.
Trotz seiner Lage mitten in der Wüste ist Las Vegas erstaunlich gut erreichbar. Nach Las Vegas fährt man am besten mit dem Auto der einem Greyhoundbus. Wer mit dem Zug unterwegs ist, muss am Ende doch auf den Bus umsteigen, da die Zugverbindungen nur bis Kalifornien und Arizona reichen. Für Besucher aus anderen Gegenden der USA, aus Kanada oder Europa gibt es normalerweise direkte Flugverbindungen zum McCarran International Airport.
High Rollers – Spieler mit hohen Einsätzen – sind in roten Kabrios oder Stretchlimousinen auf dem Strip unterwegs. Low Rollers hingegen – also jene Spieler mit niedrigen Einsätzen – in Doppeldeckerbussen, der modernen Monorail (Einschienenbahn) und kostenfreien Straßenbahnen (vermeiden Sie aber die langsamen Trolleybusse). Für Fußgänger gibt es auf dem Strip rollende Bürgersteige und Fußgängerbrücken. Permanente Staus auf dem Strip und den zuführenden Freeways um Las Vegas machen das Autofahren zu einer Geduldsprobe. Allerdings gibt es fast überall kostenlose Parkplätze oder Valet Parking (Parkservice). Taxis gibt es zur Genüge.
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