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Auf dem Gebiet, das Berlin heute einnimmt, siedeln bereits seit der Steinzeit Menschen. Die moderne Geschichte Berlins begann jedoch im 13. Jh., als reisende Kaufleute die Handelsposten Berlin und Cölln in der Nähe des heutigen Nikolaiviertels im Bezirk Mitte gründeten. 1307 schlossen sich Berlin und Cölln aus politischen und Verteidigungsgründen zusammen.
Um 1440 herum errichtete Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg die Herrschaft der Hohenzollern-Dynastie, die bis zur Flucht Kaiser Wilhelms II aus Potsdam im Jahre 1918 andauern sollte. Die Bedeutung Berlins wuchs, als der Kurfürst 1470 seine Residenz von Brandenburg nach Berlin in die Nähe des heutigen Schlossplatzes (vormals Marx-Engels-Platz) verlegte.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Bevölkerung Berlins arg dezimiert, doch Mitte des 17. Jhs. erlebte die Stadt unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm eine neue Blütezeit. Seine Weltsicht bildete die Basis der preußischen Macht. Er setzte sich unter anderem für die Zuwanderung von jüdischen und Hugenotten-Flüchtlingen ein, die in Berlin Zuflucht fanden.
Friedrich I., der Sohn des Großen Kurfürsten und erste König von Preußen, machte das rasch wachsende Berlin zu seiner Hauptstadt. Seine zweite Frau Sophie Charlotte förderte die Entwicklung der Wissenschaften und Künste und förderte einen aktiven und intellektuellen Hof. Sein Enkel Friedrich II., der seinen Platz in der Geschichte durch große Bauwerke zu untermauern versuchte, wurde wegen seines politischen und militärischen Verstandes geschätzt. Die Aufklärung erreichte Berlin gegen Ende des 18. Jhs. in Form des Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing sowie des Denkers und Literaturkritikers Friedrich Nicolai. Beide trugen dazu bei, dass Berlin endgültig internationales Ansehen erlangte.
Das 19. Jh. begann unter schlechtem Vorzeichen mit der Besetzung durch die Truppen Napoleons von 1806 bis 1813. Die Niederschlagung der auf eine liberale Verfassung gerichteten bürgerlichen Märzrevolution im Jahr 1848 verlangsamte die politische Entwicklung, die durch die Aufklärung in Gang gesetzt worden war. Zwischen 1850 und 1870 verdoppelte sich die Bevölkerung als Folge der Industriellen Revolution, die durch Fabriken wie Siemens und Borsig vorangetrieben wurde. 1871 sorgte Bismarck, der Premierminister von Preußen, unter der Herrschaft Kaiser Wilhelms I. für die Vereinigung Deutschlands. Zur Jahrhundertwende war die Bevölkerung Berlins auf fast zwei Millionen angewachsen.
Vor dem Ersten Weltkrieg hatte sich Berlin zu einer Industriemacht entwickelt, doch die Nachkriegszeit war in ganz Deutschland von bürgerlichen Unruhen geprägt. Am 9. November 1918 rief der führende sozialdemokratische Politiker Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstags die Deutsche Republik aus, während Karl Liebknecht nur wenige Stunden später die Freie Sozialistische Republik vom Balkon des Berliner Schlosses aus proklamierte. Im Januar 1919 wurden die Berliner Anführer des Spartakusbundes, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, von radikalen Freikorpsoffizieren der ehemaligen kaiserlichen Armee ermordet, die Berlin an sich rissen und dem Aufstand ein blutiges Ende bereiteten.
In der Zeit vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) die stärkste Einzelpartei im Roten Berlin und erreichte 1932 bei den Wahlen 31 Prozent der Stimmen. Ein Großteil Berlins war auch während der Hitlerjahre gegen die Nazis. Im Zweiten Weltkrieg und vor allem gegen Kriegsende sah sich Berlin schweren Bombenangriffen durch die Alliierten ausgesetzt. Die letzte Schlacht um Berlin begann Mitte April 1945. Über 1,5 Mio. sowjetische Soldaten marschierten von Osten auf die Hauptstadt zu. Am 30. April erreichten die Kämpfe das Regierungsviertel, wo Hitler sich mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Eva Braun im Führerbunker verschanzt hatte. Am selben Tag erschoss Hitler erst Eva Braun, dann sich selbst. Einige Tage später kapitulierte Deutschland. Die meisten Gebäude, die man heute an der Prachtstraße Unter den Linden sieht, wurden aus den Ruinen wieder aufgebaut.
Im August 1945 besiegelte das Potsdamer Abkommen das Schicksal der Stadt, indem den vier Siegermächten – USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion – jeweils die Kontrolle über einen bestimmten Sektor der Stadt übertragen wurde. Im Juni 1948 wurde die Stadt in zwei Teile gespalten. Die drei westlichen Alliierten führten die westdeutsche Währung (deutsche Mark) ein und bildeten im Westteil der Stadt eine separate Regierung. Im Anschluss verhängten die Sowjets eine Blockade gegen West-Berlin, das daraufhin durch eine Luftbrücke von den Alliierten versorgt wurde. Im Oktober 1949 erhielt Ost-Berlin den Status der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Durch den Bau der Mauer im August 1961 wurde der Abwanderungswelle qualifizierter Arbeitskräfte aus der DDR gewaltsam ein Ende gesetzt. 40 Jahre lang entwickelten sich Ost- und Westberlin als zwei komplett getrennte Städte.
Die Mauer wurde schließlich am 9. November 1989 geöffnet und kurz darauf in ihre Einzelteile zerlegt. Mit dem Einigungsvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten wurde Berlin zur offiziellen Hauptstadt Deutschlands und im Juni 1991 beschloss der Bundestag den Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin innerhalb eines Jahrzehnts. Ein riesiges Konsortium staatlicher und privater Organisationen war mit der Aufgabe betraut, das Herz einer Metropole aus dem Nichts zu erschaffen. Die Berliner haben dagegen gehalten und verwandelten ihre Stadt in ein pulsierendes Zentrum kultureller Coolness mit ungestümem Nachtleben, einer explosiven Kunstszene und einer boomenden Mode- und Designindustrie.
Allerdings gibt es in Berlin weiterhin soziale Spannungen. Schlecht abschneidende Schulen, gewalttätige Angriffe rechtsradikaler Gruppen und eine Reihe von „Ehrenmorden“ an jungen Musliminnen, die sich einen westlichen Lebensstil wünschten, machten in den letzten Jahren große Schlagzeilen.
Zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung der beiden Hälften ist Berlin an einem Scheidepunkt angelangt. Viertel wie Mitte und Prenzlauer Berg, einst die Vorreiter für fortschrittliches Denken, werden jetzt immer teurer und vornehmer und die Bohème-Bürgerlichen halten Einzug. Globale Unternehmer bebauen das Ufer der Spree und internationale Ketten ersetzen einheimische Traditionsgeschäfte. Daher stellt sich die Frage: Kann Berlin das strahlende Beispiel sozialer Freiheit und experimenteller Lebensweise bleiben, während es doch mehr und mehr zu einer von Großunternehmen bestimmten, „typischen“ Metropole wird? Der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte Berlin „arm aber sexy.“ In 10 Jahren ist es vielleicht nicht mehr arm. Wird es dann aber trotzdem noch sexy sein?
Die Regierung der DDR ließ die Mauer errichten, um ihre Bürger davon abzuhalten, nach West-Berlin zu flüchten. Die Berliner Mauer war während ihres Bestehens (1961-1989) Schauplatz von über 5.000 Fluchtversuchen. 3.200 Flüchtlinge wurden dabei gefasst, geschätzte 191 getötet.
Von Übersee aus gibt es kaum Direktflüge nach Berlin. Meistens muss man in Frankfurt oder Amsterdam umsteigen. Es gibt jedoch zahlreiche Busverbindungen in viele europäische Städte und das Zugsystem ist eines der effizientesten Europas.
Wenn die Berliner irgendwo hinkommen müssen, gehen sie meistens zu Fuß, benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Tatsächlich haben viele Berliner gar kein Auto und die, die eins haben, benutzen es nicht jedes Mal. Wenn Sie also in Berlin sind, sollten Sie es den Berlinern gleichtun: Es ist klüger, billiger und erspart ihnen die mühsame Suche nach einem Parkplatz. Berlins gut ausgebautes und effizientes öffentliches Verkehrssystem wird von der BVG betrieben und besteht aus U- und S-Bahn, Bussen und Straßenbahnen.
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