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Amsterdams Flughafen Schiphol ist der viertgrößte Europas und bietet zahlreiche Verbindungen und Services. Busse sind die günstigste Reisemöglichkeit, auch die Fahrt mit dem Zug ist sehr angenehm – Centraal Station ist sowohl schön als auch effizient und bietet mit dem Eurostar eine praktische Verbindung nach Großbritannien. Von Amsterdam aus gibt es Fährverbindungen nach Großbritannien und Skandinavien. Die Niederlande verfügen über äußerst gute Straßen. Wer lieber seinem Drahtesel treu bleibt, findet einen Überfluss an Fahrradwegen vor. Fahrräder können auch auf der Fähre oder im Zug günstig mitgenommen werden.
Das beste und klassischste Fortbewegungsmittel in Amsterdam ist zweifelsohne das Fahrrad – legen Sie sich jedoch ein Schloss zu, da Fahrräder häufig gestohlen werden. Amsterdam ist so übersichtlich, dass sich die meisten Orte sehr gut zu Fuß erkunden lassen. Es gibt jedoch auch ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Dieses deckt fast die ganze Stadt ab (obwohl die Kanäle schwierig sein können, da sich Straßenbahnen und Busse an die „Speichenstraßen“ halten). Angelpunkt ist die Centraal Station, wo Straßenbahn-, Bus-, Zug- und Metro-Linien zusammentreffen. Straßenbahnen sind ideal für die Fortbewegung in der Innenstadt, Busse verkehren in die Vororte, Züge eignen sich am besten, um zum Flughafen zu gelangen, und die Metro bietet sich als Transportmittel zum internationalen Busbahnhof an.
Die ältesten archäologischen Funde in Amsterdam stammen aus der Römerzeit – Münzen und ein paar Kunstgegenstände weisen zwar darauf hin, dass sich Menschen hier aufhielten, nicht aber auf Siedlungen. Das überrascht wenig, wenn man bedenkt, dass die Region einst aus nichts anderem als Tausenden von kleinen Seen, Sümpfen und matschigem Torf bestand. Die frühesten Bewohner von Amsterdam waren Bauern und Fischer, die im 12. Jahrhundert das Sumpfland rund um die Amstel mit Gräben, Dämmen und Deichen zähmten.
Durch ihre Schlüsselposition im Handel zwischen Nord- und Ostsee sowie Südeuropa wuchs die Stadt ab 1300 rapide. Aber mit dem einströmenden Geld verhärteten sich auch die Klassenkonflikte – die Reformation erwuchs aus einem Machtkampf zwischen den aufsteigenden Kaufleuten und den Aristokraten, die eng mit der katholischen Kirche verbunden waren. Der Calvinismus, eine Form des Protestantismus, zog immer weitere Kreise und bemächtigte sich der Herzen und Hirne von Amsterdams Neureichen. Im Mittelpunkt dieser Glaubensrichtung standen Bescheidenheit, harte Arbeit und gemeinschaftliches Beten. Mitte des 16. Jahrhunderts konnten sich die Calvinisten gegen ihren spanischen Herrscher Philipp II. – selbstverständlich ein überzeugter Katholik – durchsetzen und eroberten 1578 Amsterdam. Im darauf folgenden Jahr erklärten sich Amsterdam und die sieben nördlichen Provinzen zur unabhängigen Republik Holland, die Führung übernahm Wilhelm von Oranien, ein Urahne der heutigen Königsfamilie.
Amsterdams Goldenes Zeitalter (1580-1740) begann, als die Spanier den Handelsrivalen Antwerpen besetzten und dessen Zugang zum Meer beschränkten. Um 1600 dominierten die Amsterdamer Schiffe den Seehandel und die Fischerei in Europa und mit Etablierung der überseeischen Kolonien während des 17. Jahrhunderts erweiterte man in jeglicher Hinsicht seinen Horizont. Im Laufe des 18. Jahrhunderts gewann das Finanzwesen immer größere wirtschaftliche Bedeutung und lief dem Handel den Rang ab; dieser kam Anfang des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit der Fischerei zu einem abrupten Ende, nachdem die Stadt von den Franzosen besetzt und dann von den Briten blockiert wurde. Als die Franzosen im Jahre 1814 wieder abrückten, war Amsterdam zu einer lokalen Marktstadt herabgesunken und die Briten beherrschten die Meere.
Im 20. Jahrhundert wandte Amsterdam dem Meer den Rücken zu und definierte sich neu – diesmal als Industriezentrum. Man schuf Zugverbindungen, die Stahlproduktion blühte und die Bevölkerung wuchs. Als Hauptstadt der neutralen Niederlande kam Amsterdam relativ ungeschoren durch den Ersten Weltkrieg und erfreute sich in den 20er Jahren eines regelrechten Wirtschaftsbooms, der von den 1928 hier stattfindenden Olympischen Spielen noch gekrönt wurde. Unglücklicherweise hatte die Stadt schwer unter der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zu leiden; die Arbeitslosigkeit kletterte auf 25 % und die Spannungen zwischen Sozialisten, Kommunisten und Faschisten nahmen zu.
Die Niederlande versuchten, sich ihre Neutralität auch im Zweiten Weltkrieg zu bewahren, aber im Mai 1940 fielen die Deutschen ein und zum ersten Mal seit 400 Jahren erfuhr die Bevölkerung die bittere Realität eines Krieges aus erster Hand. Die Besatzungsmächte gingen immer heftiger gegen die große jüdische Gemeinde in Amsterdam vor, nicht selten mit Unterstützung örtlicher Behörden, und obwohl die Arbeiter 1941 aus Solidarität mit ihren jüdischen Landsleuten streikten, war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Nur einer von 16 Juden in Amsterdam überlebte den Krieg – relativ gesehen wurden nirgendwo in Westeuropa mehr Juden ermordet. Während der Besatzung hatte die breite Masse der Amsterdamer im Großen und Ganzen klein beigegeben und versucht, sich irgendwie durchzuschlagen. Als die Invasoren jedoch damit begannen, niederländische Männer für die Zwangsarbeit in Deutschland zusammenzutreiben, wurde eine von Calvinisten und Kommunisten gegründete Widerstandsbewegung aktiv. 1944 konnten die Alliierten den Süden des Landes befreien, das isolierte Amsterdam hingegen kämpfte sich durch den strengen Winter 1944/45, während dem Tausende von Bewohnern starben. Die Stadt wurde erst im Mai 1945 endgültig befreit.
Das Amsterdam der Nachkriegszeit sammelte sich still und leise, bis die Menschen in den frühen 60er Jahren allmählich den Status Quo hinterfragten und Amsterdam zum radikalen Herz Europas wurde. Alles begann mit den so genannten „Provos“, die mit anarchistischen Straßenhappenings gegen das Establishment vorgingen, während Studenten und Frauen für ihre Rechte fochten. Immer mehr Hippies strömten in das „Magische Zentrum“ Europas – die Stadt, in der alles möglich war. Die gewalttätige Hausbesetzerbewegung verhinderte den Abriss günstigen Wohnraums in der Stadtmitte – dessen Mangel bis heute ein Problem ist – und Anwohner protestierten gegen die gedankenlose Stadtplanung; sie entwickelten das Konzept einer Innenstadt, in der die Menschen wohnen, arbeiten und einkaufen können. Anfang der 80er Jahre wurde ein Konsens erreicht und mit der fortschrittlichen Planungs- und Sozialpolitik wie den dezentralisierten Stadträten kamen eine tolerante Einstellung gegenüber Drogen, der Bau günstiger Wohnungen und die rechtliche Anerkennung homosexueller Paare.
Während der 90er Jahre wurden viele Familienunternehmen und kleine Industriebetriebe von der Dienstleistungsbranche abgelöst und das Zentrum mauserte sich zu einer angenehmen Mischung aus Kneipen, Cafés, Restaurants und Hotels. Auch die ethnische Zusammensetzung der Stadt hat sich gewandelt: 25 % der Bevölkerung stammt heute aus Surinam, Marokko, der Türkei und von den Antillen. Da die Stadt sehr erfolgreich ausländische Unternehmen angelockt hat, zogen auch immer mehr gut verdienende Ausländer nach Amsterdam.
Teilweise aufgrund dieser ökonomischen, sozialen und kulturellen Veränderungen ist Geld wieder angesagt im Amsterdam des 21. Jahrhunderts, und alles ist möglich – so lange es „vernünftig“ geplant ist und alle Beteiligten konsultiert werden. Die Stadt ist ein sehr lebenswerter Ort geworden – vorausgesetzt, man findet eine Wohnung. Und die Touristen strömen nach wie vor scharenweise herbei, um zu sehen, was den Reiz dieser Stadt ausmacht: Nach London, Paris und Rom liegt sie auf Platz vier der beliebtesten Reiseziele Europas.
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